Asylbewerber im Landkreis Freising

Zwei Nullfälle "ganz oben auf der Liste"

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Ampertal/Freising - Die jüngste Statistik zur Lage der Asylbewerber im Landkreis zeigt es: In Paunzhausen und in Kranzberg sind bisher keine Flüchtlinge untergekommen. Doch das kann sich noch ändern.

Kranzberg „0“, Paunzhausen „0“ – so steht es in der Spalte „Anzahl der Flüchtlinge“ nachzulesen. Die beiden Ampertalgemeinden sind nach derzeitigem Stand die einzigen Kommunen im Landkreis Freising, denen keine Asylbewerber zugewiesen wurden. Und auch wenn derzeit „nur vereinzelt“ neue Zuweisungen getätigt werden, wie der Pressesprecher des Landratsamtes, Robert Stangl, auf FT-Nachfrage sagt, sind Kranzberg und Paunzhausen nicht vergessen. Sollte eine neue Flüchtlingswelle auf den Landkreis zurollen, „stehen die beiden Gemeinden ganz oben auf der Liste“, so Stangl. Denn nach wie vor gilt im Landratsamt die Maxime, dass man die Flüchtlinge gerecht auf die Gemeinden verteile.

Dabei orientiert man sich an den Prozentzahlen der Gemeindeeinwohner im Vergleich zu der Gesamtzahl der Landkreisbevölkerung. Paunzhausen mit seinen rund 1500 Einwohner müsste demnach knapp ein Prozent der Asylbewerber aufnehmen. Fragt man bei Paunzhausens Bürgermeister Johann Daniel nach, dann sagt der als erstes, dass er noch keine Kritik gehört habe, weil „seine“ Gemeinde noch keine Flüchtlinge aufgenommen habe. Daniel betont, dass man ja auch eine Wohnung als Unterkunft angeboten habe, die aber als zu schön und luxuriös eingestuft worden sei. Froh, dass bisher in seiner Gemeinde keine Asylbewerber untergekommen sind, ist Daniel nicht: „Das ist mir egal. Die Situation ist eben, wie sie ist.“ So muss sie aber nicht immer bleiben, ist sich Daniel bewusst. Denn auch er weiß, dass eine neue Flüchtlingswelle kommen könnte. Für diesen Fall will Daniel gerüstet sein: Die Gemeinde sei gerade dran, ein Haus zu erwerben. Zwei Wohnungen seien darin bereits enthalten, es bestehe die Option, in dem Gebäude eine dritte Wohnung unterzubringen. In nicht-öffentlicher Sitzung habe der Gemeinderat bereits darüber beraten, ihn, den Bürgermeister, mit den Verhandlungen beauftragt, berichtet Daniel.

Die Entscheidung, ob es etwas werde mit dem Kauf des Hauses durch die Gemeinde, entscheide sich innerhalb der nächsten Monate. Daniel rechnet damit, dass es „ganz schnell gehen“ könnte mit dem nächsten Ansturm von Flüchtlingen. Was wisse man schon, ob und wie lange alle Zäune in Europa geschlossen bleiben, fragt sich der Paunzhausener Rathauschef. Die Lage bezeichnet Daniel als „Pulverfass“, das zwar nicht explodieren könne, bei dem aber „jederzeit jemand den Hahn aufdrehen könne“. Und dann stehen Paunzhausen und Kranzberg eben ganz oben auf der Liste des Landratsamts.

Rubriklistenbild: © dpa

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