Pfarrer Stefan Menzel sagt servus

Hallbergmoos - 15 Jahre lang war Stefan Menzel Pfarrer des Pfarrverbands Hallbergmoos-Goldach. Am Sonntag wurde der Geistliche, der zum 1. September nach Fahrenzhausen wechselt, mit einem festlichen Gottesdienst und einer großen Feier verabschiedet. Die Gemeinde würdigt das Wirken des 49-Jährigen mit der Verleihung der Silbernen Bürgermedaille.

Im Kasino des Airport Business Centres (ABC) hatte sich 450 Gäste eingefunden, die ihrem Pfarrer eine würdigen Abschied bereiten wollten. Mitglieder der Pfarrgemeinderäte von Hallbergmoos und Goldach, Chöre, Ministranten, Kindergruppen, Gemeinde- und Vereinsvertreter bedankten sich bei einem Pfarrer, der Spuren hinterlässt: Der Geistliche hat begeistert und sich mit Kraft, Energie, Geradlinigkeit und Herzlichkeit für die Menschen in seiner Gemeinde eingesetzt.

Viele Bilder und Anekdoten werden den Christen in Erinnerung bleiben. An einen charismatischen Geistlichen, ein Stück weit „Don Camillo“, der am Faschingssonntag auch mal Büttenredner war, wie der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Hans Reiß berichtete. Er habe zugehört, getröstet und sich für Menschen eingesetzt - und zum Abschluss eines Gottesdienstes oft einen Witz erzählt. Auch als Fußballer - bei der AH des VfB - war er aktiv und hat, wie Hans Hartshauser berichtete, schon mal in Maradona-Manier als „Hand Gottes“ auf dem Platz agiert.

An Menzels Liebe zu Frankreich, wo er ein Jahr lang studiert hatte, erinnerte der Kirchenchor. Mit einem Augenzwinkern berichteten zwei Ministrantinnen über ihre Erlebnisse mit dem Pfarrer, der bei der Romwallfahrt 2014 mit einem veralteten Reiseführer aus dem Jahr 1988 hantierte, über „Hostien-Snacken“ und Menzels Faible für Solarenergie.

Eine besondere Freude sind und waren Menzel, die Kinder: „Sie sind echt und authentisch. Wir Erwachsenen können uns ein Beispiel daran nehmen.“ Mädchen und Buben des Moosspatzen-Chors, Kindergarten- und Kommunionkinder, Kleinkindergottesdienst-Team - sie alle ließen es sich nicht nehmen, sich mit Liedern und einem Rucksack voller guter Wünsche zu verabschieden.

„Es scheint fast so, als sei Hallbergmoos fast schon in Emmaus angekommen.“ Mit dem biblischen Gleichnis würdigte die evangelische Pfarrerin Juliane Fischer Menzels Wirken im Dienste der Ökumene. Die sei ihm, wie Menzel sagte, in seiner Heimatgemeinde in Neuaubing gewissermaßen „in die Wiege gelegt worden“.

Mit Wehmut erfüllt Bürgermeister Harald Reents der Weggang des Pfarrers. „Er ist nicht nur Pfarrer, sondern vor allem Mensch“, betonte er. Für sein ausgeprägtes soziales Engagement, sei es bei der Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen, bei der Gewährung von Kirchenasyl oder seiner Tätigkeit als „Baumeister“ bei der Renovierung von Theresienkirche und Pfarrhof, durfte Reents in der Versammlung des Geistlichen die Silberne Bürgermedaille verleihen. „Ich fühle mich nicht so, als hätte ich dieses Geschenk verdient. Denn es ist eine Selbstverständlichkeit. Ich nehme es aber stellvertretend für alle Menschen im Pfarrverband an“, unterstrich Menzel.

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