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Verfügbarkeit der Einsatzkräfte in der Diskussion

Polizei setzt auf Zusammenarbeit

Freising - Bei einem Juwelier in Grafing fallen verdächtige Kunden auf, die Ketten einstecken. Die Verkäuferinnen rufen die Polizei. Dort wird ihnen gesagt, sie sollen die Diebe festhalten, weil die Polizei wegen eines Notfalls nicht sofort kommen kann. Ist so etwas auch in Freising möglich? Polizeichef Ernst Neuner hält es für außerordentlich unwahrscheinlich.

Das war passiert: Zwei Männer hatten sich Mitte November in einem Grafinger Juwelierladen Schmuck zeigen lassen. Als sie gehen, fehlen wertvolle Stücke. Die Verkäuferinnen rufen die Polizei an. Dort heißt es, sie sollten die Männer festhalten, bis die Polizei eintrifft, denn deren Kräfte waren gerade durch einen Suizidversuch im nördlichen Landkreis gebunden. Obwohl der Juwelier ihrem Auto nachläuft, entkommen die Männer in einem Fahrzeug mit britischem Kennzeichen.

Er wolle die Grafinger Geschichte nicht kommentieren, erläuterte Freisings oberster Polizist auf Nachfrage: „Die Ressourcen sind endlich“, meinte Ernst Neuner aber. Also müsse auch im Landkreis manchmal abgewogen werden, wohin die Einsatzkräfte zuerst fahren. Doch dass einmal gar niemand kommen konnte, habe es hier noch nicht gegeben: „Bisher konnten wir die Einsätze immer bedienen.“

 Unter der Woche könnten Innendienst-Beamte nötigenfalls noch eine Streifenbesatzung bilden, falls sich die dringende Nachfrage ergibt und alle anderen Fahrzeuge bereits im Einsatz sind, „denn das sind ja alles auch erfahrene Polizeibeamte“. Und die Polizeiinspektion Freising habe das zusätzliche Glück, dass nachts oder am Wochenende bei eventuell knapper Besetzung noch Kollegen um Hilfe geben werden könnten. Durch den Flughafen mit der Bundespolizei und die Freisinger Verkehrspolizeiinspektion sowie die benachbarten Dienststellen seien nötigenfalls noch Beamte in der Nähe, die zur Not aushelfen könnten. „Das ist für Freising schon ein räumlicher Vorteil“, ist sich Neuner sicher. Doch auch er müsse „Einsätze priorisieren: Da wird die nächtliche Ruhestörung durch Musik dann schon eventuell später angefahren als der Fall von häuslicher Gewalt“, erklärt der Polizeichef.

 Er möchte auch die Ebersberger Kollegen beim Grafinger Fall in Schutz nehmen, die zeitgleich mit dem Juwelier-Vorfall mit einem Selbstmord konfrontiert waren: „Es gibt halt nur eine begrenzte Anzahl an Streifenwagen im Einsatz“, man könne also nie gegen alle Eventualitäten gewappnet sein. Ganz wichtig sei, so betont der Freisinger Polizeichef abschließend, „dass Bürger, die die Polizei anrufen, deutliche Aussagen machen, wie wichtig und dringend es ist, dass die Polizei sofort kommt. Denn unsere Beamten müssen sich ja bereits am Telefon ein Bild davon machen, was passiert ist.“

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