Bombastische Inszenierung mit enormen Echo: Jede Vorstellung des Musicalsommers auf dem Freisinger Marienplatz war ausverkauft.

Musical

Positive "Korbinian"-Bilanz: Selbst die Evakuierung hat reibungslos geklappt

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Freising - Offenbar hat dem Freisinger Stadtheiligen das „Korbinian“-Musical auf dem Marienplatz gefallen. „Er hat uns beigestanden“, sagt Ludger Rickert vom Organisationsteam. Denn der Musicalsommer war ein Riesenerfolg – trotz schwieriger Rahmenbedingungen.

Es war eine bombastische Inszenierung mit enormem Echo: Sechs Mal wurde „Korbinian – Das Musical“ von Donnerstag bis Sonntag auf dem Freisinger Marienplatz aufgeführt, sechs Mal wurden alle Stühle benötigt. „Jede Vorstellung war ausverkauft“, teilte Ludger Rickert, Vorstandsmitglied des Kulturvereins, am Montag mit. Bei 750 Sitzplätzen macht das 4500 Besucher. „Die Zuschauer waren begeistert“, berichtet Rickert. Der Tenor: „Wir haben uns nach der ,Feuerhex’ noch mal gesteigert.“

Und was lief beim zweiten Musicalsommer besser als bei der Premiere vor zwei Jahren? „Wir hatten noch kraftvollere Musik“, sagt Rickert. Auch das Bühnenbild sei spektakulärer gewesen. „Das von der ,Feuerhex’ war schon gut, aber dieses Mal haben wir gezaubert.“ Ein Beispiel: Der Hintergrund bestand aus elf riesigen Wänden, die während der Vorstellung immer wieder verschoben und neu positioniert wurden. Und so gab es bei der Inszenierung, an der insgesamt 130 Sänger aus Freising und Umgebung sowie ein Orchester beteiligt waren, zwei Ballette zu bewundern: eines auf, eines hinter der Bühne.

„Ich wüsste nicht, wie es besser hätte laufen können“, sagt Rickert, korrigiert sich aber schon im nächsten Atemzug: „Nachmittags hätte es kühler, abends trockener sein können.“ Dass hierzulande die Organisation eines Open Airs nichts für Nervenschwache ist, hatte sich schon Anfang der Woche gezeigt. „Als ich da die Wetterprognosen gesehen habe, war ich nicht sicher, ob wir überhaupt spielen können“, berichtet Rickert, der in Kontakt mit drei Wetterämtern stand. Doch vor größerem Unbill blieben alle verschont. „Nur bei einem Schlussapplaus wurden die Zuschauer geduscht.“

Ein Mal allerdings wurde es ernst: Am Freitag gegen 17 Uhr waren Gewitter und Hagel angesagt. Zu diesem Zeitpunkt fand der zum Rahmenprogramm gehörende Mittelaltermarkt statt. „Wir haben die Menschen aufgefordert, in die Kirche oder anliegende Gaststätten zu gehen“, berichtet Rickert. In kürzester Zeit sei der Marienplatz geräumt gewesen, wie er erleichtert feststellt: „Gegenstände auf der Bühne dürfen zu Schaden kommen, Menschen nicht.“ Am Ende blieb das angekündigte Unwetter aus.

Dafür mussten die Organisatoren am Freitag eine andere schwierige Situation meistern: Als in München die Schüsse des Amokläufers fielen, stand die Vorführung auf der Kippe. Wie berichtet, entschieden sich die Verantwortlichen aber gegen eine Absage. Die Botschaft: „Wir beugen uns keiner Art von Terror.“

Für nächstes Jahr plant der Verein im Camerloher-Gymnasium eine Hommage an Ella Fitzgerald. Die Jazz-Legende wäre 2017 100 Jahre alt geworden. Ob es 2018 eine Neuauflage des Musicals gibt, kann Rickert hingegen noch nicht sagen. „Momentan herrscht das Gefühl vor: Ich kann nicht mehr.“ Das sei aber kein Grund zur Beunruhigung. „Denn das haben wir nach der ,Feuerhex’ auch gesagt.“

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