Das Wohn- und Geschäftshaus am Maibaum entwickelt sich weiter positiv. Großes Aber: Kein Arzt hatte Interesse, die Praxis zu übernehmen.
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Das Wohn- und Geschäftshaus am Maibaum entwickelt sich weiter positiv. Großes Aber: Kein Arzt hatte Interesse, die Praxis zu übernehmen.

Nach längerem Leerstand

Praxisräume anderweitig vermietet: Hohenkammer steht ohne Arzt da

  • vonNico Bauer
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Nicht nur in Zeiten der Pandemie ist ein Allgemeinmediziner vor Ort wichtig. Die Bürger in Hohenkammer müssen ohne Hausarzt in der eigenen Gemeinde auskommen.

Hohenkammer – Es ist unwahrscheinlich, dass die Gemeinde Hohenkammer auf absehbare Zeit wieder einen Allgemeinarzt in die Gemeinde bekommt. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Hohenkammer Immobilien GmbH für das Jahr 2019 wurde nun auch offiziell bekanntgegeben, dass die bisherige Arztpraxis anderweitig vermietet wurde. Die Gemeinde hat die Räumlichkeiten des bisherigen Allgemeinarztes in dem Wohn- und Geschäftshaus am Maibaum mit einer komplett anderen Nutzung gewerblich vermietet.

Praxisräume in Hohenkammer bereits anderweitig vermietet

Einige Zeit ließ man die Flächen noch leerstehen in der Hoffnung, dass sich ein anderer Mediziner ansiedeln möchte. Zu gerne hätte man die medizinische Versorgung vor Ort erhalten, aber die Gemeinde hat da keine Handhabe, und es gab auch keine Interessenten für die Übernahme der Praxis. Gemeinde-Geschäftsführer Marco Unruh hält nun nach einer langen Wartezeit eine Nachfolgeregelung für unrealistisch, weil sich die Patienten des ehemaligen Arztes in den Nachbargemeinden längst neue Praxen gesucht haben. Heute müsste ein Allgemeinarzt in der Gemeinde Hohenkammer wieder bei Null beginnen.

Eine wichtige Veränderung in der Bilanz der Immobilien GmbH ist der Rückgang der Grundstückswerte von 4,2 auf 2,4 Millionen Euro, was in der Fläche der Alten Post begründet ist. Das einstige Gasthaus wurde mittlerweile abgerissen, und das mit einer Wiese bepflanzte Grundstück wanderte bilanziell zurück von der Immobilien GmbH zur Gemeinde. Verrechnet wurden 1,5 Millionen Euro als Grundstückswert sowie 240 000 Euro Wert des mittlerweile abgerissenen Gebäudes. Die Immobilien GmbH verwaltet damit nur noch das Wohn- und Geschäftshaus im Ortszentrum direkt neben dem Maibaum. Ohne die Alte Post sank die Bilanzsumme von 5,68 auf 3,29 Millionen Euro.

Das Steuerberatungsbüro attestiert der GmbH, die eine hundertprozentige Tochter der Gemeinde ist, eine positive Entwicklung. Beim Jahresabschluss 2019 fielen die Kosten für die Abwicklung der Arztpraxis mit 31 000 Euro an. Die Umsätze liegen nur geringfügig unter dem langfristigen Plan für die Finanzierung des Gebäudes. Das Gesamtergebnis der Gesellschaft ist nur wegen der 65 000 Euro an steuerlichen Abschreibungen negativ.

Durch die tatsächlichen Einnahmen aus den Mieten können die Raten des Darlehens finanziert werden. Daraus schließt der Steuerberater der Gemeinde, dass die gemeindliche GmbH nach der Abbezahlung von Darlehen und Zinsen ein positives Ergebnis mit dem Wohn- und Geschäftshaus erwirtschaften könne. Für bessere Ergebnisse in den Bilanzen der kommenden Jahre empfiehlt das Büro „eine moderate Anpassung der Mieten an das steigende Marktniveau“.

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