Sonnenbaden ja, Party nein – die „Erholungsnutzung“ der Isarauen bleibt unangetastet. fkn

Projekt "Freisinger Isarschleife": Erholung statt Party

Freising - Über 200 Bürger waren beim „Isarforum“ dabei, wollten sich einbringen beim Projekt „Freisinger Isarschleife“. Jetzt hat der Planungsausschuss die Anregungen abgewogen - mit unterschiedlichem Ergebnis.

Die „Freisinger Isarschleife“ sei kein Naturschutz-, sondern ein Naherholungsprojekt, betonte Martin Maierhofer, der in der Stadt die Maßnahme federführend begleitet. Und genau damit hat Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) so seine Probleme. Ihm fehlt aber beim derzeitigen Planungsstand nicht nur die „Dynamisierung“ der Isar. Er beklagte sich auch, nicht an den Planungen beteiligt worden zu sein. OB Tobias Eschenbacher konterte, noch gebe es ja gar keine Detailplanungen. Zudem habe Drobny bei dem Workshop „Isarforum“ Mitte Januar unentschuldigt gefehlt.

Jener Workshop sei - da war sich die Teilnehmer einig - ein großer Erfolg gewesen. Die vorgebrachten Anregungen hatte man nun zusammengefasst und entsprechende Beschlussvorschläge dazu dem Planungsausschuss vorgelegt. Im Folgenden die wichtigsten Forderungen seitens der Bürger, die Antwort der Stadtverwaltung darauf - und schließlich der entsprechende Beschluss im Planungsausschuss.

Sanfter Ausbau

Forderung: ein sanfter, naturnaher Ausbau, um Lärm und Verschmutzung möglichst gering zu halten.

Antwort: Sonnenbaden, Radfahren, Joggen oder auch Aufenthalt am Wasser seien geplant, eine Partyzone sei niemals vorgesehen gewesenund auch jetzt nicht geplant.

Beschluss: Die bisherige Erholungsnutzung der Isarauen wird durch die „Isar-schleife“ nicht verändert. Die Bedenken von Drobny, die notwendigen Ein- und Auslaufbauwerke widersprächen dem Ziel der „Dynamisierung der Isar“, teilte Karl-Heinz Freitag (FW): „Wir werden da Bauwerke haben, dass uns die Augen tränen. Dadurch verliert die Isarschleife ihren Charme. Erschreckend.“

Heino Pause (FW) betonte hingegen, die Isar sei kein Wildfluss mehr. Dass Drobny das Projekt „totzureden“ versuche, ärgere ihn maßlos. Sein Kommentar: „Wir verhindern nur immer, statt zu sagen: Ja, wie geht das.“

Benutzungsordnung

Forderung: eine Benutzungsordnung und ein Ansprechpartner in der Stadt, falls es zu Problemen komme.

Antwort: Weil es bei der bisherigen sanften Erholungsnutzung bleiben soll, sei der Regelungsbedarf „relativ gering“.

Beschluss: Die Verwaltung soll Vorschläge für eine Benutzungsordnung und zur Bewältigung der Müllproblematik erarbeiten.

Partyzone

Forderung: Auf der Lerchenfelder Uferseite soll für Jugendliche eine Fläche zum Grillen und Feiern zur Verfügung gestellt werden. Zudem soll ein Gesamtkonzept zur Naherholung im Bereich der Isarauen erstellt werden.

Antwort: Aus naturschutzfachlichen Gründen kann in den übrigen Auwald an der Isar nicht eingegriffen werden. Kiesbänke an der Isar stehen deshalb wohl grundsätzlich nicht zur Verfügung.

Beschluss: Im Rahmen der Stadtentwicklungsplanung (STEP) soll die Verwaltung nach möglichen Grill- und Feierplätzen für die Jugend suchen, „die keine negativen Auswirkungen auf die Umgebung erwarten lassen“. Das bereits erarbeitete Zonenkonzept für die Isar von Freising bis Langenbach wird vorerst als ausreichend betrachtet.

Parkplätze

Forderung: Maßnahmen, die ein „Zuparken“ des Wohngebiets Schwabenau verhindern.

Antwort: Zusätzliche Parkplätze würden ganzjährig und dauerhaft Parkverkehr und Fremdparker anziehen, seien also kontraproduktiv. Maierhofer: „Wer dahin will, soll zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren. Wer mit dem Auto kommen will, soll in der Luitpoldanlage parken.“

Beschluss: An der bisherigen Parklösung im Bereich der Luitpoldanlage wird festgehalten.

Wie geht’s weiter?

Auf Basis dieser Beschlüsse sollen nun die Planfeststellungsunterlagen erarbeitet werden. Das beschloss der Planungsausschuss mit 13:1 Stimmen. Am 6. März will man diese Unterlagen dann endgültig absegnen und ins Verfahren schicken.

Andreas Beschorner

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