Radweg zwischen Reichertshausen und Au: "Das Geld ist im Dreck verschwunden"

Au/Hallertau - Das Radwegenetz der Gemeinde Au soll wachsen und Ortschaften verbinden. Doch eine bereits bestehende Verbindung bereitet seit längerem Probleme: der Radweg von Reichertshausen nach Au. Nun überlegt die Gemeinde, ihn aus dem Netz zu nehmen.

Bei der letzten Ortseinsicht des Gemeinderats Au am 19. Oktober 2013 wurde auch der Radweg, der von Reichertshausen nach Au führt, besichtigt. Der Grund: Der Weg befindet sich in einem schlechten Zustand. Er kann nicht entwässert werden, weil einige Anlieger ihre Flächen nicht dazu hergeben, einen Graben anzulegen. Bürgermeister Karl Ecker sagte damals, dass der Weg bereits vor einigen Jahren für 20 000 Euro komplett saniert worden war. Diese Kosten würden alle drei bis vier Jahre anfallen, wenn er weiter als Radweg ausgewiesen bliebe. Ecker hatte deshalb vorgeschlagen, den Weg aus dem Radwegnetz zu nehmen, damit die Gemeinde nicht mehr in der Unterhaltspflicht sei. Die anwesenden Gemeinderatsmitglieder hatten dem Vorschlag mehrheitlich zugestimmt.

„Wir haben Geld in die Hand genommen, aber das ist im Dreck verschwunden“, sagte Ecker in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Niemand sei gegen Radwege, aber wenn man einen solchen nicht aufrechterhalten könne, mache es keinen Sinn. Man müsse eine andere Radwegverbindung zwischen Au und Reichertshausen finden.

Unter den Gemeinderatsmitgliedern entwickelte sich eine Diskussion darüber, ob es sinnvoll sei, den Radweg zu erhalten. Hans Sailer (FW) war etwa der Meinung, dass 20 000 Euro auf sieben Jahre gesehen nicht zu viel Geld seien. Man solle mehr Geld in die schlechten Stellen investieren. Markus Kellner (CSU) sprach von dem Weg als einer Möglichkeit zur Naherholung. Deshalb solle man ihn herrichten und Werbung dafür machen. Dann müsse man schauen, ob er besser angenommen werde. Erika Wittstock-Spona (FW) sagte, man könne von den Anliegern nichts erzwingen. Man solle den Weg daher lieber aus dem Netz nehmen und abwarten, ob doch noch Angebote von den Besitzern der anliegenden Felder kommen. Mariele Klose (CSU) sprach sich dagegen für eine bessere Verbindung zwischen Reichertshausen und Au aus. Sie wäre sinnvoll, damit auch Reichertshausener Kinder, die etwa zum Sport nach Au fahren, sicher ankommen. Der Feldweg sei zu abgelegen. Gerhard Stock (FW) stellte eine weitere Option in den Raum: Man sollte versuchen, Flächen an der Bundesstraße für eine neue Verbindung zu bekommen, die besser einsehbar und sicherer für Kinder sei.

Ecker schloss die Debatte mit dem Hinweis ab, dass nun die Optionen untersucht werden müssten. Gerade bei Flächen entlang der Straße sei zu prüfen, welche sich in Privat- beziehungsweise öffentlichem Besitz befänden. Man müsse sich auch erkundigen, ob es vom Staat Zuschüsse zu den Kosten geben könnte.

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