Genervt von der Personalsituation ist Fahrenzhausens Bürgermeister Heinrich Stadlbauer. 

Fahrenzhausen In Not

Personeller Engpass nervt

Fahrenzhausen - Die Gemeinde Fahrenzhausen hat ein Problem. Wegen einer zu dünnen Personaldecke bleiben manche Aufgaben unerledigt. Sogar der Verkauf von Gewerbegrundstücken stockt. Da hilft auch keine „persönliche Assistenz“ für den Bürgermeister.

Astrid Wildgruber-Bolesczuk ist CSU-Gemeinderätin in Fahrenzhausen. Und sie sieht es zunehmend mit Sorge, dass die Gemeinde seit Längerem keine Gewerbeflächen mehr verkauft hat. Die Antwort auf ihre Frage nach dem Grund dafür: Man habe noch immer keinen Bauamtsleiter. Doch diese Antwort hat die CSU-Gemeinderätin so gar nicht zufrieden gestellt. Jetzt will sie die Sache im Gemeinderat auf die Tagesordnung bringen. Es könne ja nicht sein, dass interessierte Firmen seit zwei Jahren darauf warten müssten, ob sie ein Grundstück erwerben könnten. Und dann hat Wildgruber-Bolesczuk noch etwas bemerkt: Eigentlich sollte die neue Gemeinde-Homepage doch Ende 2015 fertig sein, erinnert sich die Gemeinderätin. Davon sei aber im Internet noch nichts zu sehen. Die Antwort darauf abermals: Personalmangel. Fragt man bei Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (FBL) nach, dann schildert der eine durchaus prekäre Personalsituation: Natalie Nöbauer, als „persönliche Assistenz“ des Bürgermeisters eingestellt, eigentlich aber, so Stadlbauer, seine Sekretärin, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit, das Gemeindeblatt und eben auch um die Homepage kümmern sollte, habe seit Beginn ihrer Tätigkeit im Sommer andere Aufgaben übernehmen müssen. Denn beide Angestellten im Einwohnermeldeamt seien für längere Zeit krankheitsbedingt ausgefallen. Nöbauer habe einspringen müssen, „damit der Laden läuft“, so Stadlbauer. Das Erstellen einer neuen Homepage sei da eben nicht mehr möglich gewesen. Doch genau darin vermutet Wildgruber-Bolesczuk auch einen Grund, warum man nach vielen Monaten des Suchens noch immer keinen neuen Bauamtsleiter für die Gemeinde gefunden habe. Die derzeitige Homepage sei wahrlich kein Aushängeschild, dadurch würden Bewerber ja wohl eher abgeschreckt. Stadlbauer ist selbst unglücklich darüber, dass man auch nach vier Runden der Stellenausschreibung noch nicht fündig geworden sei. „Das nervt. Das liegt mir schwer im Magen.“

Den Grund benennt Stadlbauer so: In der freien Wirtschaft seien Bauingenieure sehr gesucht – und würden dort mehr verdienen als bei einer Kommune im öffentlichen Dienst. Dass daran der Verkauf von Gewerbegrundstücken häng, erklärt der Bürgermeister so: Eine Mitarbeiterin im Bauamt kümmere sich im Wesentlichen um den Unterhalt der gemeindlichen Gebäude, eine andere (halbtags) um die eingehenden Bauanträge. Und dann sei da noch die Mitarbeiterin im Bauamt gewesen, die sich bis Juli um Bebauungspläne und eben um Gewerbegrundstücke gekümmert habe. Seitdem sie die Gemeinde verlassen habe, versuche Verwaltungsstellenleiterin Monika Steurer, diesen Bereich auch noch mitzubetreuen. „Steurer hat derzeit zweieinhalb Stellen“, beschreibt Stadlbauer die schwierige Situation. Er selbst, so gibt er unumwunden zu, könne zwar mit Firmen verhandeln, die korrekte Ausschreibung und die rechtlich einwandfreie Sachbearbeitung für Grundstücksverkäufe habe er aber einfach nicht gelernt. Und auch wenn die Personalsituation derzeit „eine Katastrophe“ sei, so Stadlbauer, halte sich der finanzielle Schaden für die Gemeinde in Grenzen: Die Gewerbegrundstücke würden ja immer mehr wert, und die Zinseinnahmen für verkaufte Grundstücke wären derzeit sehr gering. Dass diese Situation für manche Unternehmer „ärgerlich“ sei, das könne er freilich schon verstehen.

Andreas Beschorner

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