Nach dem Wechsel Mooser-Niefangers

Reaktionen: Geschockt, verwundert und traurig

Freising – Kalt erwischt hat die Grünen in Stadt und Landkreis Freising der Entschluss von Birgit Mooser-Niefanger, bei den Grünen auszutreten und zur Freisinger Mitte zu wechseln. Entsprechend geschockt, teilweise fast schon sprachlos reagierten „grüne“ Kommunalpolitiker gestern Vormittag auf die überraschende Nachricht.

Sebastian Habermeyer, nach dem Wechsel Mooser-Niefangers, „der noch verbliebene Fraktionssprecher“ der Grünen im Freisinger Stadtrat, musste erst um Worte ringen: Er sei „geplättet“, zudem „geschockt“, aber auch „sehr traurig“ über den Entschluss Mooser-Niefangers. Selbstverständlich nehme man die Entscheidung zur Kenntnis, man könne ja jetzt eh nichts mehr ändern. Habermeyer betonte, dieser Wechsel könne „definitiv nicht an den Freisinger Grünen liegen“. Die Art und Weise, dass man von dem Wechsel erst nach der Pressekonferenz gestern Vormittag informiert worden sei und nicht vorher die Sache habe besprechen können, findet Habermeyer „nicht den richtigen Weg“. Aber er werde jetzt nach Jahren vertrauensvoller und guter Zusammenarbeit nicht beginnen „zu schimpfen“. Wie es weitergehe, müsse jetzt in der Fraktion beraten werden.

Und: „So kurz vor Weihnachten? Ja, super!“, so Habermeyer ironisch. FSM-Fraktionssprecher Reinhard Fiedler hatte gestern den Zeitpunkt ebenfalls kommentiert: „Es ist bald Weihnachten. Da öffnet man die Türen.“

Grünen-Landtagsabgeordneter Christian Magerl zeigte sich ebenfalls „völlig überrascht“ von der Nachricht. Und: „Ich wundere mich schon.“ Noch vor wenigen Tagen habe Mooser-Niefanger um einen guten Listenplatz für die Bundestagswahl gekämpft „und jetzt passt es angeblich nicht mehr“? „Da mache ich mir schon meine Gedanken“, so Magerl. Ärgerlich sei die Sache, weil man damit ja eine „grüne“ Landrätin verliere. Und schwierig sei die Lage, weil Mooser-Niefanger vor allem auch parteiintern sehr aktiv gewesen sei und einige Positionen innegehabt habe.

Johannes Becher, Bezirks- und Kreisrat, außerdem Ortsvorsitzender der Grünen in Moosburg, kommentierte die Nachricht vom Wechsel Mooser-Niefangers so: „Das ist sehr bedauerlich.“ Die 47-Jährige habe in der Vergangenheit gute Arbeit für die Grünen geleistet, das dürfe man nicht vergessen. Er gehe davon aus, dass sich Mooser-Niefanger ihren Entschluss gut überlegt habe, auch wenn der Stimmungswechsel doch sehr plötzlich gekommen sei. Aber die Grünen im Landkreis seien freilich viel mehr als nur eine Person, man werde weiterhin gute Politik machen. „Denn das erwarten die Leute von uns.“

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