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Spenden statt Geschenke: Therese Reif feierte ihren 95. Geburtstag. Eigentlich war sie nicht in Feierlaune, doch die Idee, an ihrem Geburtstag Spenden für einen guten Zweck zu sa mmeln, überzeugte sie, doch ein Fest zu feiern. Den Erlös überreichte sie im Beisein von Sohn Josef Reif und Schwiegertochter Theresia Reif an Petra Waldhör (r.) vom Ambulanten Palliativ-Team Freising.

Aktion „Menschen in Not“

Resi (95) hilft Menschen, die am Ende ihres Lebens stehen

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Wenn ein Mensch wunschlos glücklich ist, kann er sich entweder zurücklehnen und genießen. Oder er macht es wie Therese Reif: Zu ihrem 95. Geburtstag hatte die Seniorin nur einen Wunsch: Menschen unterstützen, die unheilbar krank sind. Deshalb hilft sie „Menschen in Not“ – und damit dem Ambulanten Palliativ-Team.

Kranzberg/Freising – „Oma, jetzt wirst 95, das wird nicht jeder. Das müssen wir feiern.“ Theresia Reif versuchte, ihre Schwiegermutter zu überzeugen, diesen besonderen Geburtstag mit Freunden und Verwandten zu zu feiern. Aber Therese Reif war nicht danach. Bis ihr schließlich dasArgument für ein Fest einfiel: Anstatt sich von den Gästen Geschenke zu wünschen, wurde ein Spendentopf aufgestellt. Der Inhalt – stolze 1200 Euro sind zusammenkommen – sollte an eine gemeinnützige Organisation gehen. „Und sie hat sich dafür uns ausgesucht“, erzählt Petra Waldhör, die pflegerische Leiterin des Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Teams (SAPV) Freising. Sie war dann auch diejenige, die die Spende auf dem Hof der „Lainthaler Resi“ in Hohenbercha in Empfang nehmen durfte. „Der Besuch bei Frau Reif und ihrer Familie hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen“, erinnert sich Petra Waldhör. Da saß eine lebenslustige, geistig fitte Seniorin, absolut zufrieden mit ihrem Leben, dankbar dafür, im Kreise ihrer Liebsten ihren Lebensabend verbringen zu können. „Ich habe alles, meinen Hof, meine Familie – alle sind da“, so fasste die rüstige Dame die Zufriedenheit mit ihrem Leben in Worte. Und mit dem Bewusstsein, selbst alles zu haben, war es ihr sehnlichster Geburtstagswunsch, dass das zu ihrem Ehrentag gesammelte Geld Menschen zugute kommt, die am Ende ihres Lebens stehen.

Das SAPV-Team bietet seit 2016 einen besonders wertvollen Service für schwerstkranke Menschen an: unheilbar Erkrankte können dank der Unterstützung des SAPV-Teams zuhause bleiben, so lange es geht – und sich womöglich den letzten Wunsch im Leben erfüllen, nämlich zuhause zu sterben. Die Palliativmediziner und Fachschwestern des SAPV-Teams bieten Sterbenden und ihren Familien einen umfassenden 24-Stunden-Service an: Die Ärzte und Pfleger sind rund um die Uhr erreichbar, bei Bedarf können sie spontan zu den Patienten kommen. Die Folge: Die Überweisung in die Palliativstation lässt sich verzögern oder gar vermeiden. Die Organisation ist somit eine wichtige Ergänzung der Hospizgruppe.

Petra Waldhör beteuert, dass Spenden ausschließlich für Menschen in der Region verwendet werden. Davon können die Palliativ-Care-Fachkräfte Dinge kaufen, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden, die jedoch einen sehr wichtigen Baustein in der Begleitung auf dem letzten Stück des Lebenswegs bedeuten. „Ein gutes Lavendelöl etwa.“ Angehörige können damit die letzte gemeinsame Zeit so angenehm wie möglich gestalten. „Auch wenn man nur mehr wenig tun kann – Zuwendung ist immer möglich.“ Hände oder Füße mit einem guten Öl zu massieren, trage ein klein wenig dazu bei, dass der Weg nicht ganz so schwer ist. Waldhör spricht von einer Brücke in den Tod.

Mit Spenden kann das Ambulante Palliativ-Team solch’ teuren Öle kaufen. „Das hilft den Menschen ungemein“, weiß Waldhör – und ist auch deshalb für die Spende von Therese Reif dankbar. Und weil Therese Reif sich so über die Spenden zu ihrem Geburtstag gefreut hat, werden jetzt noch Dankeskarten für alle Gäste geschrieben. „So ist sie, unsere Oma“, sagt die Schwiegertochter.

Das Spezialisierte Ambulante Palliativ-Team und die Hospizgruppe Freising werden mit Spenden aus der Aktion „Menschen in Not“ unterstützt.

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