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Ein engagiertes Team: Im vergangenen Jahr haben (v. l.) Michael Heinz, Alev Fischer, Yasmin Fischer und Daniel Koppe Sachspenden und Essen an die Obdachlosen verteilt.

Aktion für Bedürftige

Jacken, Decken, Essen und Co.: Enzelhausenerin (29) sammelt für Obdachlose

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Für Yasmin Fischer aus Enzelhausen ist es „eine Herzensangelegenheit“, Bedürftigen zu helfen. Deshalb hat sie vor zwei Jahren eine Aktion für Obdachlose in München gestartet.

Enzelhausen – „Es war eine Blitzidee“, erzählt Yasmin Fischer aus Enzelhausen (Gemeinde Rudelzhausen) von den Anfängen ihrer Obdachlosen-Aktion im Jahr 2017. Die heute 29-Jährige wollte Gutes tun und ursprünglich ein Waisenhaus für Kinder unterstützen. Doch das Vorhaben gestaltete sich schwierig. Kurzerhand beschloss die junge Mutter, Obdachlosen zu helfen. „Es gibt so viele Leute, die auf der Straße leben“, sagt sie – allein in München seien es über 14.000 Personen. Deshalb beschloss sie, den Obdachlosen unter die Arme zu greifen.

In ihrem Freundes- und Bekanntenkreis sowie via Facebook warb sie für ihr Vorhaben, sammelte dicke Jacken, Decken, Socken, Handschuhe, Mützen und Schals, aber auch Lebensmittel (Konservendosen) und verteilte die Sachen kurz vor Weihnachten in München. Im ersten Jahr, so erzählt Yasmin Fischer im FT-Gespräch, hätte man einen Transporter voll Spenden zusammenbekommen. „Letztes Jahr waren knapp zwei voll, und heuer rechnen wir mit vier.“

Jedes Mal sehr emotionale Erlebnisse 

In zwei Teams sollen dieses Jahr voraussichtlich am Samstag, 14., und Sonntag, 15. Dezember, die Spenden an die Obdachlosen verteilt werden. Eine Anlaufstelle werde natürlich der Münchner Hauptbahnhof sein. Aber auch unter Brücken und in Parks werde man die Bedürftigen besuchen. Und wie reagieren die Betroffenen auf diese Aktion? „Es gibt immer ein bis zwei Leute, die nichts annehmen, aber die meisten finden das Ganze richtig klasse“, erzählt die 29-Jährige.

Auch unter Brücken besuchten Yasmin Fischer und ihre Unterstützer die Obdachlosen.

Für die junge Mutter ist die Initiative jedes mal ein „sehr emotionales Erlebnis“ – vor allem, wenn sie von den einzelnen Schicksalen erfährt. Und auch wenn es nur eine kleine Aktion ist: „Ich finde, kleine Gesten können die Welt verändern, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“ Und sie bekomme schließlich auch etwas zurück: die Dankbarkeit der Obdachlosen und das Lächeln, das sie in deren Gesichter zaubert.

Auch wenn schon einige Leute die diesjährige Aktion unterstützt haben (etwa Zahnarztpraxen mit Zahnbürsten und Zahnpasta), hofft die Initiatorin noch auf Decken und Schlafsäcke. Auch Shampoo würde noch dringend benötigt. „Es wäre ganz cool, wenn wir da noch was bekommen würden.“

Plätzchen wären schön

Sofern sich Spender finden, würde sie auch wieder Lebensmittel verteilen. Im vergangenen Jahr hätte eine Bäckerei Semmeln und eine Metzgerei Wurst gespendet. „Wäre schön, wenn das heute auch wieder so ist.“ Und über Plätzchen würden sich die Bedürftigen auch immer sehr freuen.

On tour: Yasmin Fischer (r.) und Schwester Alev.

„Die letzten zwei Jahre waren sehr erfolgreich, wir konnten vielen Menschen in Not ein wenig helfen, besser durch den Winter zu kommen“, freut sich Yasmin Fischer. So hofft sie, dass auch heuer wieder viele Spenden zusammenkommen, damit die fleißigen Helfer vielen Obdachlosen eine Freude machen können.

So kann man die Aktion unterstützen

Wer die privat organisierte Aktion für Obdachlose in München unterstützen möchte, kann sich bis Sonntag, 8. Dezember, bei Yasmin Fischer unter Tel. (0176) 35502206 oder via Facebook melden. Sie wird sich dann darum kümmern, dass die Spenden abgeholt und an die Obdachlosen verteilt werden.

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