Ein Plan der „Photovoltaik-Freiflächenanlage Berg Süd II“, wie sie sich nach der Erweiterung darstellt.
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Die „Photovoltaik-Freiflächenanlage Berg Süd II“ wie sie sich nach der Erweiterung darstellt.

Photovoltaik

Erweiterung von PV-Anlagen zugestimmt: Rudelzhausens Gemeinderat gibt Vorhaben Grünes Licht

Mit gleich zwei großen Photovoltaik-Anlagen befasste sich jetzt der Gemeinderat Rudelzhausen. Und auch das Anliegen eines Chemie-Konzerns war Thema.

Rudelzhausen – Solarparks und Photovoltaik-Freiflächenanlagen haben Konjunktur in Rudelzhausen. Wegen des regen Bentonitabbaus in der Vergangenheit ist das Gemeindegebiet geradezu prädestiniert dafür. Das hat sich in der Gemeinderatssitzung am Montag wieder gezeigt. Das Gremium hat Plänen zur Erweiterung zweier Solar-Vorhaben zugestimmt.

Zum einen handelt es sich um den Bebauungsplan „Photovoltaik-Freiflächenanlage Berg Süd II“ mit vier Hektar, zum anderen um den Ausbau des „Solarparks Tegernbach/Grub West“ mit 1,7 Hektar. Damit liegt man in der Gemeinde insgesamt bei über 40 Hektar. Unumstritten war die neueste Entwicklung nicht. Als Knackpunkt stellte sich die Herstellung von Ausgleichsflächen heraus.

Im Falle von „Berg Süd II“ hätte man sich etwa eine Zusammenlegung der Ausgleichsflächen gewünscht. Gemeinderat Alfons Kreitmair (FW) versprach sich davon „einen höheren Nutzen“. Außerdem wollte er wissen, ob die vorgeschriebenen Abstandsflächen eingehalten würden. Planer Stefan Joven bejahte dies. Die benötigten 9000 Quadratmeter Abstandsflächen können seinen Ausführungen zufolge aber alle bequem auf besagtem Gelände hergestellt werden. „Auf verschiedene Stellen aufgeteilt“, wie er erklärte.

Auf die Frage von Simon Senger (CSU), ob das auch anerkannt werde, antwortete Joven: „Sofern der Naturschutz mitmacht.“ Ergänzend fügte der Planer hinzu, dass die vorgestellte Situation der Ausgleichsflächen „ein Wunsch des Antragsstellers“ gewesen sei. Das Votum für die Erweiterung fiel am Ende mit 15:1 deutlich positiv aus.

Wesentlich enger ging es bei der Erweiterung des „Solarparks Tegernbach/Grub West“ her. Bürgermeister Michael Krumbucher stellte gleich zu Beginn die Frage in den Raum: „Wollen wir da eine weitere Photovoltaik-Freiflächenanlage?“ Von vornherein klar war das nicht. Auf Skepsis stieß, dass man eine bereits durchgeführte Renaturierungsmaßnahme wieder rückgängig machen müsste. Man solle das „doch lieber lassen“, argumentierte Ingeborg Müller (CSU). Auf Nachfrage im Rathaus erklärte Krumbucher, dass man ein Gutteil eines angepflanzten Waldstücks wieder abholzen müsse, um die Pläne in die Tat umzusetzen. „Es ist verhältnismäßig eng geworden, weil da schon eine Teilfläche aufgeforstet worden ist“, machte Krumbucher deutlich.

Ungeachtet dessen konnten sich Gemeinderäte wie Edwin Lambert oder Paul Walter (beide FW) mit dem Vorhaben „schon anfreunden“ oder hatten erklärtermaßen „nichts dagegen“. Am Ende erhielt der Antrag der Firma „OneSolar“, mit der laut Beschlussvorlage bereits „ein entsprechender Durchführungsvertrag geschlossen wurde“, aber doch eine respektable Mehrheit. Neun von 15 Gemeinderäten sprachen sich dafür aus.

Wie sich gegen Ende der Sitzung herausstellte, könnte bald noch mehr Platz für Solar-Freiflächenanlagen entstehen. Der Gemeinderat hat einem Antrag des Chemie-Konzerns Clariant zugestimmt, wonach auf einem Grundstück an der Kreisstraße FS 42 Richtung Wolnzach in Bälde Bentonit abgebaut werden soll. Allerdings unter der Vorgabe, dass man eine Reifenwaschanlage installiert, damit die Zufahrtsstraßen nicht verunreinigt werden. Ob diese Auflage auch erfüllt wird, ist aber noch offen.

Alexander Fischer

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