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Rede und Antwort stand Bürgermeister Konrad Schickaneder (l.) bei der Versammlung.

Bürgerversammlung in Rudelzhausen

„Fader Beigeschmack“: Bürgerinitiative kritisiert Bürgermeister

Sie waren geschlossen zur Bürgerversammlung gekommen: Die Mitglieder der Bürgerinitiative „B 301-Zeit für Vernunft“ hatte sich mit einem schriftlichen Antrag an die Gemeinde Rudelzhausen gewandt, indem sie die Transparenz bei der Veröffentlichung von in nichtöffentlichen Sitzungen gefassten Beschlüssen forderte. Nach seinem Rechenschaftsbericht stand Bürgermeister Konrad Schickaneder diesbezüglich Rede und Antwort.

Rudelzhausen – Es ging den Vertretern der BI um einen Beschluss, der am 12. März 2012 in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats gefasst worden war. Die Mitglieder der Bürgerinitiative hatten Schickaneder kritisiert, dass damals die Öffentlichkeit nicht genau über jenes Dokument informiert worden sei, das der Aufnahme der Umfahrung von Rudelzhausen in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans mitentscheidend den Weg bereitet habe. Schickaneder räumte den Fehler ein: Die öffentliche Bekanntgabe sei damals „verschütt“ gegangen. Die Gegner der Umfahrung sprachen von einem „faden Beigeschmack“. Die neuesten Verkehrszahlen deuteten nämlich darauf hin, dass die Einstufung der Umfahrungen von Rudelzhausen, Puttenhausen und Mainburg in den vordringlichen Bedarf wohl fehlerhaft und deshalb auch nicht gerechtfertigt seien.

Rund 40 Zuhörer waren es, die im Gasthaus Festner dem Rechenschaftsbericht des Gemeindeoberhaupts lauschten. Eine „Rekordzahl“ vermeldete Schickaneder gleich zu Beginn: Mit 47 Geburten habe man einen deutlichen „Überhang“ zu den Sterbefällen im Jahr 2017 (22). Dass Rudelzhausen gerne von Familien zum Wohnsitz gewählt werde, das sei sicherlich auch der guten Betreuungsmöglichkeiten in den Kindertagesstätten geschuldet. Seit September 2013 böten die Kitas und die Grundschule auch Mittagsbetreuung bis 16 Uhr an.

22 Bauanträge und zehn Anträge auf Vorbescheid seien 2017 eingereicht worden, informierte Schickaneder. Seit April lägen beim Neubaugebiet Wiesfeld die Ausschreibungsergebnisse vor. Er hoffe, dass bis Juli die Bewerbungsunterlagen für die jeweiligen Grundstücke angefordert werden könnten.

Finanziell sei die Gemeinde auf bestem Weg. Seit dem Jahr 2013 sei keine Kreditaufnahme mehr nötig gewesen. Auch für die kommenden Jahre sei dahingehend nichts geplant. Der Schuldenstand, der zum guten Teil der Baulandbereitstellung geschuldet sei, werde immer mehr abgebaut. Derzeit könne man eine statistische Pro-Kopf-Verschuldung von 681 Euro je Einwohner aufweisen. „Im Landesdurchschnitt stehen wir gut da“, so der Gemeindechef.

Für die laufenden Kosten bezüglich des Unterhalts des immerhin 59 Kilometer langen Straßennetzes in der Gemeinde seien im aktuellen Haushalt 474 700 Euro eingestellt worden. Die meisten Maßnahmen seien Instandhaltungsmaßnahmen im Oberflächenbereich, wie etwa bei der Straße von Enzelhausen nach Berg. Lediglich die Straße von Oberhinzing nach Steinbach müsse komplett ausgebaut werden. Dass die Maßnahmen dringend nötig seien, machten die Bürger deutlich: „ „Wir haben eines der schnellsten Internetnetze, aber auf den Straßen gibt es viele Löcher.“

Maria Martin

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