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Das neue Mädchen im „Club Paradiso“: Anna (gespielt von Katharina Schinagl, 2.v.l.) wird von Bernadette (Melanie Kollmannsberger, l.) erst einmal unter die Lupe genommen. Puff-Mama Ria (Christine Forstner, r.) sorgt währenddessen mit Gitti (Hanna Senger) für den Begrüßungsschnaps.

Theaterfreunde Hebrontshausen begeistern mit neuem Stück

Gewagt und gewonnen

Hebrontshausen - Mit „Hummel im Himmel“ wagen sich die Theaterfreunde Hebrontshausen in unbekannte Gefilde. Doch jegliche Zweifel können nach dem grandiosen Auftakt am Samstag in den Wind geschlagen werden: Das Publikum zeigte sich durchweg begeistert und schenkte den Akteuren tosenden Beifall.

Als „Stück zum Nachdenken“ beschrieb Regisseur Hans Kellerer den Dreiakter von Christian Lex. Wie jedes Jahr war der Saal im Hebrontshausener Pfarrheim bis auf den letzten Platz besetzt. Kellerer ergänzte, man wollte mit Absicht etwas Neues wagen und auch das Publikum damit ins kalte Wasser schmeißen. Die Bedenken, welche die Verantwortlichen kurz vor der Premiere noch hatten, wurden aber spätestens am Ende der Auftaktveranstaltung von den Zuschauern selbst zerstreut: minutenlanger Applaus, Jubelrufe und reichlich Lob warteten auf die Akteure bei ihrer Verabschiedung. Wer wagt, gewinnt.

Eine tolle Geste vollführten die Theaterfreunde schon vor der ersten Aufführung: Bereits vor einigen Tagen verkündeten sie, die kompletten Einnahmen dem schwer erkrankten Tobias aus Grafendorf zu spenden. Der Zehnjährige ist auf einen passenden Stammzellspender angewiesen.

Die Handlung der Komödie geht turbulent vonstatten und ist gefüllt mit einer großen Portion Humor und vielen Spannungsmomenten. Der Kleinkriminelle Max Hummel (Benedikt Kollmannsberger) betreibt zusammen mit seiner Ziehmutter Ria (Christine Forstner) das Bordell „Club Paradiso“ im Münchner Bahnhofsviertel. Mit Hilfe seines Kumpanen Biwi (Sebastian Schillinger) plant Max, den Chef im Viertel, Capo (Edi Weingartner), auszubooten. Mit einer List wurde dieser von Max für ein paar Wochen hinter Gitter gebracht, nun soll der geheime Plan vollendet werden. Doch da kommt ihm das neue Mädchen im Etablissement, Anna (Katharina Schinagl), dazwischen, in die er sich unsterblich verliebt. Bevor sich Max jedoch seine Gefühle eingestehen kann, stirbt er. Empört verlangt der junge Bordellbetreiber vom lieben Gott eine zweite Chance. Diese wird ihm auch gewährt, jedoch nur unter einer Bedingung: Für einen Tag darf Max nicht mehr lügen. Und so beginnt für ihn ein zweites Leben, das unerwartete Wendungen für alle Beteiligten parat hält.

Die Regisseure Hans Kellerer und Manuela Schinagl haben die Komödie beachtenswert inszeniert. Jeder der Schauspieler begeisterte mit einem souveränen Auftritt und stellte mit jeder Geste, Mimik und Zeile die Spiellust unter Beweis. In weiteren Rollen glänzten Melanie Kollmannsberger und Hanna Senger als Bordell-Damen Bernadette und Gitti sowie Stefan Hagl als Gast der Einrichtung. Eine besondere Rolle hatte Hans Neumeier inne, der als Georg Hohenester von der Sittenpolizei den Bordellbetreibern mehrfach auf die Schliche kommt.

Den Theaterfreunden ist der Premierenabend mehr als geglückt, und die Beteiligten wurden zurecht von den Zuschauern mit tosendem Beifall und mehrfachen Szenenapplaus gefeiert. Mit „Hummel im Himmel“ präsentierten die Schauspieler ein kurzweiliges Stück, das leider viel zu schnell ein Ende fand, aber reichlich Spielraum zum Reflektieren lässt.

Gut zu wissen

Die nächsten Aufführungen sind am Sonntag, 16. April, sowie Montag, 17. April, jeweils um 19.30 Uhr im Pfarrheim in Hebrontshausen. Restkarten sind noch an der Abendkasse erhältlich.

Anna Schledzinski

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