Dichter, Träumer und Phantast: Der Berliner Singer/Songwriter Max Prosa war auf Einladung von Herbert Hofer nach Rudelzhausen gekommen.
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Dichter, Träumer und Phantast: Der Berliner Singer/Songwriter Max Prosa war auf Einladung von Herbert Hofer nach Rudelzhausen gekommen.

Konzertkritik

Max Prosa begeistert in Rudelzhausen: Ein Konzert, das sehr lange nachhallen wird

Max Prosa live in Rudelzhausen: Dass das jetzt wahr wurde, verdankten die begeisterten Konzertbesucher einem speziellen Fan des Singer/Songwriters.

Rudelzhausen – Lieder vom Leben, vom Sterben und von der Liebe: In Rudelzhausen kam es am Mittwoch zu einer großen musikalischen Überraschung im Gasthaus Festner-Busch. Weit weg von den üblichen Bühnen des Landkreises gelang dem Veranstalter eines der besten Konzerte des Jahres – der Berliner Singer/Songwriter Max Prosa machte einen Abstecher nach Bayern und erzählte von dunkelblauen Stunden zwischen Mitternacht und Morgengrauen.

Max Prosa ist Dichter, Träumer und Phantast – seine Songs sind kolorierte Bruchstücke und Theaterfragmente, sind Seelenwind und Herzblut gleichermaßen. In seinem musikalischen Schatten sind sie natürlich alle zu finden, mit Querverweisen als lose Hommage: Der junge Dylan wie auch der reife Cohen, im weitesten Sinne aber auch mit Referenzen zur Hamburger Schule sowie zu den österreichischen Liedermachern wie Ludwig Hirsch oder Georg Danzer.

Inspirierend und hoffnungsvoll

Der 30-Jährige schreibt Gedichte wie einst Allen Ginsberg, von Illusionen und Schimären, von der Suche und der Sehnsucht, von schlaflosen Nächten und traumwandlerischen Tagen – streunend zwischen New York und Paris. Die Blickwinkel auf die Welt stetig verändernd, zwischen Gewinn und Verlust, beherbergen auch jene Songs seiner aktuellen Tour „Mit anderen Augen“ immer alles: Das Glück und die große Suche danach.

Zusammen mit Sascha Stiehler am Piano umriss Max Prosa in Rudelzhausen leichtfüßig die menschlichen Stürme des Lebens von Luv nach Lee – eröffnend mit „Buntes Papier“ und „Verschwende Dich“. Inspirierend und hoffnungsvoll die Unwägbarkeiten des Lebens bemalend, scheinbar mühelos mit großartiger Stimme und Bauchgefühl. Vom Weggehen und vom Zurückkommen, von der Suche nach der Liebe des Lebens und dem Schmerz von Herzschlagpausen: Max Prosa gelangen die feinen Zwischentöne auf sehr hohem Niveau durch einen vertonten literarischen Abend. Das eingestreute „Bella Ciao“ ohne Affinität, vielmehr eine große Verneigung an Hannes Wader. „Von Engel zu Engel“ hingegen die Skizze von letzten Tagen: „Komm, wir singen mich hinüber, machen’s uns nicht zu schwer“ – ein Text zum Weinen, so ausgeschält von jeglicher Sentimentalität kommen die Worte daher.

Ein Fan setzte alle Hebel in Bewegung - mit Erfolg

Es bleibt natürlich die Frage: Wie kommt so ein Künstler überhaupt nach Rudelzhausen? Zu verdanken ist das Herbert Hofer von der örtlichen Firma Haustechnik Hofer, der den Künstler nach Bayern holte. Als Fan des Singer/Songwriters setzte er alle Hebel in Bewegung und erklärt es so: „Uns Handwerker geht es gerade sehr gut, also können wir auch etwas weitergeben.“ Auf eine unglaublich empathische Art und Weise war es Hofer dann auch relativ egal, ob sich das Konzert für ihn rechnete oder nicht – wichtig war nur, sich solidarisch zu erklären und Poesie nach Rudelzhausen zu holen.

Um die 60 Gäste hatte Hofer dafür gewinnen können – gar kein so leichtes Unterfangen, wie er erzählte: Immer wieder habe er die Leute darauf angesprochen, immer wieder Plakate aufgehängt. Solche Veranstalter sind rar und immer ein Glücksfall – wie eben auch solche Künstler wie Max Prosa, der sich mit Cohens „Hallelujah“ verabschiedete. Ein Konzert, das sehr lange nachhallen wird.

Richard Lorenz

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