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Entlang der geplanten Trasse der Rudelzhausener Ortsumfahrung spazierten am Sonntag Mitglieder von ÖDP und BI. 

Wanderung der Gegner

Protest gegen Ortsumfahrung in Rudelzhausen: „Kämpft für euer Land“

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Eine Wanderung am Sonntagnachmittag sollte eigentlich Entspannung sein. Doch für die ÖDP und die Gegner einer Ortsumfahrung von Rudelzhausen wurde das Wandern auf der geplanten Trasse zu einer schlimmen Vorstellung.

Rudelzhausen–  Denn diese „schöne Gegend“ soll zubetoniert werden. Die ÖDP aus Freising (und Mainburg) versprach der Bürgerinitiative „B 301 – Zeit für Vernunft“ deshalb volle Rückendeckung.

Vor einem Jahr hatte sich die Rudelzhausener Bevölkerung bei einem Bürgerentscheid denkbar knapp mit 1002 (55,5 Prozent) gegen 980 Stimmen (49,5 Prozent) dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde ihre Bemühungen um eine Ortsumfahrung von Rudelzhausen nicht einstellen soll. 

Doch die BI und ihr Vorsitzender Georg Brunner haben den Kampf gegen dieses aus ihrer Sicht unsinnige Projekt noch lange nicht aufgegeben.

„Enttäuscht“ von Abgeordnetem Erich Irlstorfer

Wie Brunner am Ende der Wanderung im Gasthof Kreitmair in Notzenhausen erläuterte, bringe eine Umfahrung nichts. Noch immer sei man überzeugt, dass die aus Berlin genannten Verkehrszahlen nicht stimmen. Dass CSU-Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer sein Versprechen, die Sache zu klären, bisher nicht eingehalten habe, das „enttäuscht uns“, so Brunner.

Kritik: Rat hat Ortsumfahrung nichtöffentlich beschlossen

Außerdem habe man diverse Fragen an das Landratsamt gestellt, warte noch immer auf Antworten: Zum einen habe der Gemeinderat 2012 den Beschluss für die Ortsumfahrung nichtöffentlich gefasst und erst auf Nachbohren hin im Juli dieses Jahres veröffentlicht, was schon die Frage aufwerfe, ob der Beschluss überhaupt gültig sei. 

Zum anderen wolle man wissen, wieso die erste von der BI für den Bürgerentscheid vorgelegte Fragestellung abgelehnt worden sei (was zu Verwirrung bei Bürgern geführt habe).

„Kämpft für euer Land“

Der Freisinger ÖDP-Kreisvorsitzende Ulrich Vogl machte den BI-Mitgliedern Mut: „Kämpft für euer Land“, sagte er. Denn: „Das ist eure Heimat“, die Hallertau sei eine Kulturlandschaft, „die man nicht versiegeln darf“. Vor allem dann nicht, wenn eine solche Straße keinen Nutzen bringe und die Zahlen „schöngerechnet“ seien. Vogl sah eine „Zeitenwende“: Den meisten Menschen sei es eben nicht egal, wie und dass die Landschaft zubetoniert werde. Sein Fazit: „Es gehört verhindert.“

Appell für „Solidarität mit der Schöpfung“

Damit war man mit den Parteikollegen aus Mainburg ganz auf einer Linie: Die Kreis- und Stadträte der ÖDP aus Mainburg, Annette Setzensack und Konrad Pöppel, sprachen von einem „Frevel an der Landschaft“ und forderten eine „Solidargemeinschaft mit der Schöpfung“. Und das betreffe auch die geplanten Umfahrungen für Puttenhausen und Mainburg. Die Hoffnung: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung diese Projekte ablehne, dann werde man im Berliner Innenministerium diese Vorhaben gar nicht mehr dringlich behandeln und allmählich sterben lassen.

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