Bauarbeiter errichten ein Haus
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Die Pläne für die Wohnanlage im Rudelzhausener Ortsteil Pittersdorf sind nachgebessert worden. Symbolbild

„Gut, dass die Nachbarn gehört worden sind“

Einwände wegen Hochwassers entkräftet: Wohnanlage in Pittersdorf geht in die Verlängerung

Der Plan wurde nachgebessert: Die Hochwassersituation sollte nun für die geplante Wohnanlage in Pittersdorf kein Thema mehr sein.

Rudelzhausen – Der geplante Bau einer Wohnanlage in Pittersdorf war in einer ersten öffentlichen Auslegung auf Widerstand gestoßen – vor allem deshalb, weil die für zehn Appartements ausgelegten Gebäude in ein Überschwemmungsgebiet reichen würden. Anwohner befürchteten, dass durch die Bodenversiegelung ihre ohnehin schon kritische Hochwassersituation noch verschlimmert würde.

Baukörper aus Überschwemmungslage herausgenommen

Jetzt wurden die Pläne nachgebessert. Die Baukörper wurden von vier auf drei Geschoße reduziert und aus der kritischen Überschwemmungslage herausgenommen. Der neue, am Montag im Gemeinderat vorgestellte und mit 17:0 einstimmig gebilligte Entwurf, geht jetzt in die nächste Runde der öffentlichen Auslegung.

„Gut, dass die Nachbarschaft gehört worden ist“, erklärte Markus Würtele (CSU) in der erneuten Debatte über das kleine, private Baugebiet in Pittersdorf, für das man eigens einen Bebauungsplan aufstellen und den Flächennutzungsplan ändern hatte müssen. Edwin Lambert (FW) fand es ebenfalls gut, dass der Bauherr im Nachhinein „auf die Einwände Rücksicht genommen hat“. Robert Forster (CSU) zeigte sich skeptisch. Er befürchtete, „dass immer noch zu wenig Luft“ sei bei einem anzunehmenden Jahrhunderthochwasser.

Bürgermeister zeigt sich zuversichtlich

Das Thema „hundertjähriges Hochwasser (HQ 100)“ zog sich durch die komplette Beratung. Nahezu alle Träger öffentlicher Belange, die Einwände gegen das Bauvorhaben erhoben und Stellungnahmen abgegeben hatten, führten den Umstand ins Feld, dass die Wohnanlage zu nah an ein Überschwemmungsgebiet heranreiche und deshalb bei einem Starkregenereignis in die Bredouille geraten könne. Die neue Planung, die Landschaftsarchitektin Lisa Fuchs vom Büro „Freiraum“ in Freising vorstellte, sei nach allgemeinem Dafürhalten im Gemeinderat aber geeignet, das Projekt auf einen gangbaren Weg zu bringen. Jedenfalls wurden die Einwände einzeln abgewogen und entsprechend entkräftet.

Bürgermeister Michael Krumbucher zeigte sich zuversichtlich, dass das Vorhaben in der jetzigen Form zu realisieren sei. Auf FT-Nachfrage räumte er ein, dass die Bebauung bei der ersten Auslegung der Pläne eines Freisinger Architekturbüros „ein wenig in das Überschwemmungsgebiet hineingeragt habe“. Dem habe man aber jetzt Rechnung getragen.

Abstandsflächen jetzt sogar größer, als Baugesetzbuch vorsieht

Mit ausschlaggebend dafür war wohl die Sorge einer direkten Anrainerin. Sie hatte etwa befürchtet, dass ihr Grundstück und Keller durch die neue Bebauung noch öfter überflutet und volllaufen würden als ohnehin. Zudem hatte sie moniert, dass eine Wertminderung des Grundstücks nicht auszuschließen wäre.

Nach Einschätzung von Krumbucher und des gesamten Gremiums dürften dergleichen Einwände aber jetzt nach der Nachjustierung ausreichend widerlegt und entkräftet sein. Auch deshalb, weil die Abstandsflächen geändert wurden. Die seien jetzt laut Landschaftsarchitektin Fuchs sogar größer, als sie laut Baugesetzbuch sein müssten. Die Hochwasserproblematik dürfte nach ihrer Auskunft zudem entschärft sein, weil man im Außenbereich eine Mulde geplant habe, „die das ausgleicht“.

Alexander Fischer

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