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Große Projekte in Rudelzhausen: Straßenbau und Freibad-Sanierung sind zentrale Themen in 2022

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Viel Arbeit wartet auf Rudelzhausens Bürgermeister Michael Krumbucher in diesem Jahr. Die Freibad-Sanierung und der Straßenbau gehören zu den größeren Themen.
Viel Arbeit wartet auf Rudelzhausens Bürgermeister Michael Krumbucher in diesem Jahr. Die Freibad-Sanierung und der Straßenbau gehören zu den größeren Themen. © Archiv

Den Jahreswechsel nimmt Rudelzhausens Bürgermeister Michael Krumbucher zum Anlass, um Rück- und Ausblick zu halten. Dabei kündigt er für 2022 zwei Großprojekte an.

Rudelzhausen – Keine Bürgerversammlung, kein Weihnachtsmarkt, keine Seniorennachmittage: Corona hat im vergangenen Jahr auch in Rudelzhausen kaum gesellschaftliches Leben zugelassen. Ein Umstand, den Bürgermeister Michael Krumbucher in einem Infoblatt zur Situation ausdrücklich bedauert.

In dem Schreiben, das an alle Haushalte verteilt worden ist, erklärt Krumbucher, es tue im leid, dass Corona das gesellschaftliche Leben im Ort immer noch weitgehend lahmlegt. Mut mache ihm der Zusammenhalt und die Kreativität der vielen Ehrenamtlichen in Vereinen und Institutionen. Als eines der herausragenden Beispiele ist in dem Informationsblatt der öffentliche Bücherschrank in Tegernbach genannt. Die Suche nach einem geeigneten Standort sei nicht einfach gewesen. Aber dank engagierter Helfer wie Micha Schmid, dessen Tochter Lea und Rosi Hofbauer habe sich an der Bushaltestelle der perfekte Standort dafür gefunden.

Sportvereine zeigen sich kreativ

Auf Nachfrage fallen Krumbucher aber noch weitere vorbildliche Aktionen ein. So habe etwa der SV Rudelzhausen mit einer Wundertütenaktion Zeichen gesetzt und auch dem SC Tegernbach sei mit seiner Online-Christbaumversteigerung ein großer Erfolge gelungen. Dennoch leide das gesellschaftliche Leben schon sehr, gibt Krumbucher zu bedenken. Allein schon, weil man in der Pandemie nicht mehr zusammenkommen könne. Das Gebot der Stunde lautet Krumbucher zufolge: „Man muss halt brav bleiben.“

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Bei Freibad-Sanierung weiter gekommen

Ansonsten setzt der Rathauschef auf Pragmatismus. Denn zu tun und auf den Weg zu bringen gab und gibt es genug. Mit das Wichtigste ist ihm hierbei die Freibadsanierung. „Ich bin froh, dass wir da jetzt weitergekommen sind und endlich die Gewerke vergeben konnten“, sagt Krumbucher zu der Entscheidung, wonach man in den sauren Apfel gebissen und sich durchgerungen habe, das Bad wohl oder übel ein Jahr lang zu schließen, um es ordentlich sanieren und danach auf Jahrzehnte hinaus wieder vernünftig betreiben zu können.

Nächstes Großprojekt: der Straßenbau

„Das nächste größere Projekt, das wir im kommenden angehen werden, ist der Straßenbau“, kündigt Krumbucher an. Er spricht hier von einem ganzen Katalog von Maßnahmen und Investitionen in Millionenhöhe. Laut Krumbucher sind in diesem Jahr weitere 600 000 bis 700 000 Euro für den Straßenbau vorgesehen. Mit zu den dringendsten Aufgaben zählt er die Sanierung der Dorfstraße in Notzenhausen und die Errichtung eines Gehsteigs zum Fichtenweg. Auch die Brücke am Kirchgasserl, deren Neubau man jetzt noch einmal verschoben hat, wird Thema sein. Krumbucher rechnet bereits im Februar mit der Auftragsvergabe – wenn alles gut geht. Bis 2023 gelte es zudem, die Mainburger Straße komplett auszubauen. Dafür sei zwar der Landkreis zuständig, bevor man das aber in Angriff nehmen kann, müsse der Bau des Regenwasserkanals über die Bühne gebracht werden. Außerdem will man den Bürgersteig erneuern.

Regenwasserkanal wird Thema werden

Zu den Großprojekten zählt Krumbucher auch den Regenwasserkanal in Tegernbach sowie Investitionen in Regenrückhaltemaßnahmen. Aufgrund von diversen Hochwasserereignissen in Tegernbach hat die Gemeinde eigens ein Hochwasserschutzkonzept entwickeln lassen, das in mehreren Bauabschnitten in die Tat umgesetzt werden soll. Geplant ist unter anderem der Neubau eines Hochwasserschutzdamms an der Nandlstädter Straße sowie der Neubau eines „Retentionsbeckens West“. Einer Kostenschätzung aus dem Jahr 2018 zufolge ist in Summe mit 613 000 Euro zu rechnen. Das dürfte aber nicht mehr ganz reichen. Einer Prognose zufolge ist von einer Kostensteigerung in Höhe von fünf Prozent auszugehen. Positiv fällt dagegen ins Gewicht, dass es für das Projekt einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent gibt. Bauabschnitt 1 ist bereits erfolgt. Mit der Realisierung von Bauabschnitt II tat man sich wegen schleppend verlaufender Grundstücksverhandlungen zunächst schwer. Krumbucher ist in dem Zusammenhang froh, dass der Grunderwerb jetzt abgeschlossen ist. „Ein Thema, das uns längere Jahre beschäftigt hat“, wie er betont.

Rücklagen sind etwas angestiegen

In besagtem Infoblatt geht die Verwaltung in Form von Grafiken und Statistiken, die stets auch den Bezug zu den Vorjahren herstellen, im Detail auf die Entwicklung der Gemeinde ein. Zu den aussagekräftigsten Parametern einer Kommune rechnet man allgemein den Einkommensteueranteil, die Gewerbesteuer sowie den Stand der Schulden und Rücklagen. Da sah es bis zuletzt ganz gut aus. Trotz Corona ist die Einkommensteuer bei etwa 2,2 Millionen stabil geblieben. Die Gewerbesteuer ist von 688 000 Euro auf 726 000 Euro angestiegen. Die Gesamtschulden sind Stand 3. November 2021 um 160 000 Euro gestiegen. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt seit Jahren. Im Juni 2021 lag sie bei 400 Euro. In puncto Rücklagen war zuletzt ein Zuwachs von 475 000 Euro zu verzeichnen. Keine schlechten Voraussetzungen also, um die von Krumbucher angesprochenen Investitionen zu stemmen.

Schulaula bleibtvorerst „Sitzungssaal“

Dass man nicht untätig ist im Rathaus und im Gemeinderat, dafür sprechen die Vorbereitung und Durchführung von zwölf Gemeinderatssitzungen und 263 öffentliche sowie 109 nicht-öffentliche Beschlüsse, die man heuer gefasst hat. Außerdem wurden bis einschließlich November 36 Bauanträge behandelt und 35 Baugenehmigungen erteilt. Die Sitzungen fanden allesamt in der Schulaula statt – mit Abstandsregeln und nach strengen Hygienevorschriften. Es herrschte stets Maskenpflicht. So wie es aussieht, wird sich daran auf absehbare Zeit wohl auch nichts ändern.

Alexander Fischer

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