mobiles Luftfiltergerät in einem Klassenzimmer
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Bevor in der Schule in Rudelzhausen weitere Luftfilter installiert werden, soll ein Fachmann angehört werden. (Symbolbild)

Corona-Bekämpfung

Rudelzhausen hat noch Aufklärungsbedarf bei Luftfiltergeräten für Schulen und Kitas

Lüftungsgeräte als Corona-Schutz in Schulen und Kitas sind viel diskutiert. In Rudelzhausen wollen die Verantwortlichen dazu erst fachlichen Rat einholen.

Rudelzhausen – „Ob sie Sinn machen, bleibt dahingestellt“, urteilte Bürgermeister Michael Krumbucher (FW) über die Anschaffung von handelsüblichen Lüftungsgeräten. Nach Darstellung von Krumbucher gibt es große Unterschiede, was die Effektivität der Geräte anbelangt. So habe die Schule beispielsweise einen Sponsor für ein Gerät gefunden und dieses auch bereits besorgt. Es habe sich allerdings herausgestellt, dass es sich nicht für alle Räume eigne. Für die größeren Klassenzimmer im Obergeschoß sei das nicht der Fall. Die seien schlicht und ergreifend zu groß. Da kämen der Einschätzung des Ortschefs nach dann nur „Raumlüftungsanlagen“ in Frage. Diese würden aber bei 25.000 Euro pro Klassenzimmer liegen.

Rudelzhausens Bürgermeister Michael Krumbucher (FW) möchte sich erst einmal beraten lassen.

Man müsse sich eine derartige Anschaffung also reiflich überlegen, gab Krumbucher zu bedenken. In den Kindergärten stelle sich darüber hinaus die Frage, ob man überhaupt genug oder geeigneten Platz dafür finde. Die dort üblichen Stellwände würden die Funktion der Lüftungsgeräte womöglich einschränken, erklärte der Rathauschef im Gemeinderat. Allerdings gebe es einem neuen Förderprogramm der Regierung zufolge jetzt 80 statt wie bisher 50 Prozent Zuschuss für solche Geräte. Krumbucher schlug vor, sich in der Sache von einem Fachmann beraten zu lassen. Jemanden zu einer der nächsten Sitzungen einladen, das könne ja nicht schaden, gab der Rathauschef zu verstehen. Ein Ansinnen, das durchaus auf Zustimmung im Gremium stieß, wie sich während einer kurzen Debatte zeigen sollte. Simon Senger (CSU) sprach davon, dass das mit den Lüftungsgeräten ja jetzt „landauf, landab“ Thema sei. In Pfaffenhofen nehme man seines Wissens sogar 1,5 Millionen Euro dafür in die Hand, erklärte der Kreisrat. Wenn das die Lösung sei, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, dann dürfe man sich dem nicht verschließen, argumentierte Senger.

Krumbucher verwies an dieser Stelle allerdings darauf, dass es auch mit Lüftungsgeräten keine Garantie für Präsenzunterricht gebe. Paul Walter (FW) riet dazu, „abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt.“ Johann Neumeier (Engagierte Bürger) verlangte, sich doch aufklären zu lassen über die Vor- und Nachteile. So lautete der Beschluss im Rat denn auch: Man will sich nun einen Fachmann in eine der nächsten Sitzungen einladen.
Alexander Fischer

Mehr als eine halbe Million an Corona-Bußgeld hat das Landratsamt Freising bereits verhängt. Manche stottern es in Raten ab.

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