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Der Gemeinderat Rudelzhausen strebt die Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft mit dem Markt Au an. Am Montag beschloss das Gremium dies mit 9:7-Stimmen im Sitzungssaal des Rathauses.

Neue Verwaltungsgemeinschaft im Gespräch

Rudelzhausen und Au: VG-Gründung rückt näher

Eine Partnerschaft will geplant sein. Und so beschloss der Rudelzhauser Gemeinderat am Montag mehrheitlich, für die mögliche Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft (VG) Amors Pfeil in Richtung Au abzuschießen.

Rudelzhausen – Kein Liebesbrief, jedoch ein gemeinsamer Antrag von Freie Wähler, Bürgerliste und Engagierte Bürger brachte den Stein ins Rollen. In einer denkwürdigen Sitzung legte am Montag Rudelzhausens Gemeinderat die Basis für eine mögliche VG-Gründung mit Au. Zwei Dutzend Zuhörer, darunter auch drei Räte der umworbenen Braut aus Au, verfolgten die Sitzung. „Die Gemeinde Rudelzhausen strebt die Gründung einer VG mit dem Markt Au an“, lautete der erste Satz des Antrags, weshalb „umgehend Gespräche“ aufgenommen und ein „gemeinsames Treffen“ beider Gremien durchgeführt werden sollten. Erklärt wurde der VG-Gründungsgedanke mit der räumlichen Nähe im Landkreis-Norden und der gemeinsamen Nutzung der Verwaltungseinrichtungen, die zu Kosteneinsparungen und einer Steigerung der kommunalen Leistungen führen würden.

Offen für den Gedanken, mit Au gemeinsame Sache zu machen, schien jedes Ratsmitglied zu sein. Unterschiedliche Vorstellungen herrschten allerdings dahingehend, wie eine solche Entscheidung und das Werben darum vorangetrieben werden soll. Eine baldmögliche Zusammenkunft mit Au sah Edwin Lambert (FW) als Ziel des Antrags. Das würde auch weitere Entscheidungen wie etwa beim Personal erleichtern. Auch sein Fraktionskollege Michael Krumbucher wollte zunächst die Auer Bereitschaft abklopfen: „Ob sie überhaupt willig sind“.

Für eine gemeinsame Beratung in Anwesenheit eines Fachmanns plädierte Norbert Koschyk, und auch sein Sitznachbar Bruno Stahl (beide Bürgerliste) forderte den Experten ein, der „in einem Aufriss“ beiden Seiten die Konsequenzen aufzeigen solle.

Einen Profi für diese Thematik hinzuziehen, das war ebenfalls die Auffassung der CSU. Allerdings zuerst im eigenen Kreis, forderte Thomas Roßmann. Er wolle so über die zu erwartenden Vor- und Nachteile mehr erfahren. Ohne ausreichendes „Hintergrundwissen“ wollte auch sein Kollege Robert Forster den Gang nach Au nicht antreten. Die Frage, ob man ein „neues Geschäftsmodell“ anstrebe, müsse auf Rudelzhauser Seite entschieden sein, fand CSU-Rat Simon Senger. Erst bei einer positiven Antwort könne man den nächsten Schritt abklären: „Wollen die uns überhaupt als Lieferant oder Kunden haben?“

Und zu welchem Zeitpunkt sollen die Bürger Rudelzhausens einbezogen werden? Auch hier herrschte Uneinigkeit. Dass bayernweit seit 1978 keine VG-Gründung, sondern nur mehr Abspaltungen erfolgt seien, merkte Bürgermeister Konrad Schickaneder an, der sich zuvor merklich zurückhielt. Wie beim Breitband könne Rudelzhausen aber auch hier wieder Vorreiter sein, argumentierte Edwin Lambert.

Gegen die sieben CSU-Stimmen befürworteten die übrigen neun Gemeinderäte schließlich den Antrag. Der Beginn des Techtelmechtels mit Au ist also offiziell beschlossen.

Martin Hellerbrand

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