Urnenwand
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Blumen und Andenken: Urnenwände erfreuen sich vielerorts wachsender Beliebtheit. Auch die Gemeinde Rudelzhausen will sie auf ihren Friedhöfen errichten. (Symbolfoto)

Auch Baumbestattungen im Gespräch

Rudelzhausen will Urnenwände einrichten – und denkt noch weiter

Auf den Friedhöfen der Gemeinde Rudelzhausen sollen demnächst alternative Bestattungsformen ermöglicht werden. Im Gemeinderat wurde man dazu nun konkret.

Rudelzhausen – Im Zuge der Haushaltsberatung kam im Rudelzhausener Gemeinderat jüngst das Thema Unrnenwand auf. Demnach soll auf allen drei Friedhöfen demnächst die Möglichkeit bestehen, sich nicht nur in einem Familiengrab, sondern auch auf diese Weise beisetzten zu lassen. Damit soll einem allgemeinen Trend Rechnung getragen werden, der andernorts bereits Gang und Gäbe ist.

Wie Bürgermeister Michael Krumbucher erklärte, werde man zunächst mit dem Friedhof in Rudelzhausen beginnen. Die Gottesäcker in Tegernbach und Hebrontshausen könnten folgen. Es kam aber noch besser: Johann Neumeier (Engagierte Bürger) brachte sogenannte Baumbestattungen ins Spiel.

Baumbestattungen bei naturverbundenen Menschen immer beliebter

Urnenwände sind ganz im Sinne von Neumeier. Er ist Friedhofsreferent in Hebrontshausen und als solcher begrüßte er das Ansinnen im Rat ausdrücklich. Er fragte aber noch einmal nach, wie das Prozedere in Tegernbach und Hebrontshausen aussehe. Krumbucher erklärte hierzu, dass in Tegernbach seines Wissens noch keine Nachfrage in Sachen Urnenbeisetzung bestehe. Neumeier wies darauf hin, dass das aber in Hebrontshausen sehr wohl der Fall sei. Und er ging sogar noch einen Schritt weiter: Neumeier schlug vor, besagte Baumbestattungen ebenfalls in die Überlegungen miteinzubeziehen. Die würden bei naturverbundenen Menschen nämlich immer beliebter. Neumeier machte deutlich, dass er sich so etwas auch in den gemeindlichen Friedhöfen vorstellen könne.

Johann Neumeier ist Friedhofsreferent.

Auf Nachfrage erklärte der Friedhofsreferent, dass es sich bei der Baumbestattung im Grunde um das gleiche handle wie bei einer Urnenbestattung – mit dem Unterschied, dass die Urne eben nicht in einer Wand, sondern nahe den Wurzeln eines Baumes begraben werde. Krumbucher zeigte sich erstaunt, aber nicht uninteressiert. „Für mich ist das neu, das habe ich noch nicht gehört“, bat er um Verständnis. Unabhängig davon solle die Verwaltung jetzt prüfen, inwieweit sich die gemeindlichen Friedhöfe dafür eignen. Ein entsprechender kleiner Baumbestand wäre nach Auskunft von Neumeier zumindest in Hebrontshausen vorhanden.

Wie er im Nachgang auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, wäre es kein großer Aufwand, der Bevölkerung auch diese Möglichkeit der Bestattung einzuräumen. Er habe sich das auf einem Friedhof einmal angeschaut und es für eine gute Sache erachtet. Als Beispiel für Baumbestattungen führte Johann Neumeier den Waldfriedhof in Freising an, auf dem diese Variante bereits bestehe. „Ich bin gläubiger Katholik und regelmäßiger Kirchgänger“, erklärte Neumeier. Und als solcher würde er es schön finden, wenn Baumbestattungen auch auf den gemeindlichen Friedhöfen in Betracht kämen – unabhängig von den bereits geplanten Urnenwänden. Neumeier zeigte sich zuversichtlich, dass sich das auf Kurz oder Lang durchsetzen lasse.
Alexander Fischer

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