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Rudelzhausens Bürgermeister Konrad Schickaneder.

Konrad Schickaneder

Rudelzhausens Bürgermeister will Nachfolger entlasten, doch Gemeinderat ist skeptisch

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18 Jahre Bürgermeister und 30 Jahre Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung sind genug: Konrad Schickaneder tritt 2020 nicht mehr an. Doch um das „Abschiedsgeschenk“ für seinen Nachfolger streiten die Gemeinderäte.

Rudelzhausen – Geht man nach den Richtlinien des Kommunalen Prüfungsverbands, müssten im Rathaus Rudelzhausen sieben Vollzeitkräfte beschäftigt sein. Tatsächlich aber sind es nur 5,18. Bürgermeister Konrad Schickaneder will das ändern, will einen Kämmerer einstellen. Doch der Gemeinderat spielt noch nicht mit. Anlass für Schickaneder, nach einem Jahr Diskussion das Thema jetzt zu forcieren, ist die Nachricht, dass er 2020 nach 18 Jahren Bürgermeister (und Kämmerer in einer Person) nicht mehr antreten wird. Über 30 Jahre in der Gemeindeverwaltung seien genug, so der Rathauschef (60) zur Begründung. Weil er also ein gut bestelltes und personell gut ausgestattetes Rathaus seinem Nachfolger hinterlassen will, wirbt Schickaneder für die Einstellung eines Kämmerers in Vollzeit.

Doch der Gemeinderat spielt in seiner Mehrheit noch nicht mit. Auch am Montag, als das Thema „Einstellung eines Kämmerers“ auf der Tagesordnung stand, wurden einige Stimmen laut, die sich gegen diese Personalaufstockung wehrten.

Schickaneder argumentiert damit, dass man in der Verwaltung personell unterbesetzt sei und es wohl künftig angesichts zunehmender Aufgaben nicht mehr möglich sein werde, dass der Bürgermeister die Kämmerei mitbetreue. Als Gegenargumente würden nicht nur das Geld, also die Personalkosten angeführt, sondern auch die Überlegung, dass man ja vielleicht wieder einen Bürgermeister bekomme, der doch die Kämmerei mitbetreuen könnte. Eine andere Überlegung der Gegner einer Personalmehrung sei, so schildert Schickaneder, ob man nicht wieder zurückkehre zu einem ehrenamtlichen Bürgermeister. Offenbar sei dann daran gedacht, für das Geld einen Kämmerer einzustellen.

Eine Verwaltungsgemeinschaft mit Au? Rudelzhausen will Möglichkeit prüfen

Und dann haben die Gemeinderäte, die keinen Kämmerer einstellen wollen, noch eine Idee, mit deren Prüfung Schickaneder jetzt beauftragt wurde: Wie wäre es mit einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Marktgemeinde Au in der Hallertau? Schickaneder wird nun bei seinem Kollegen Karl Ecker anrufen, ob im Auer Rathaus überhaupt Interesse an einer VG mit Rudelzhausen besteht. Schickaneder betont allerdings: „Wir brauchen schon länger und auf jeden Fall eine zusätzliche Vollzeitkraft in der Verwaltung.“ Im Gemeinderat hat man vereinbart, dass man im Februar entscheiden wird. Der Bürgermeister hofft, dass bis dahin bei den Skeptikern der Personalaufstockung „die Einsicht noch kommt“.

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