Schwertransport in der Hallertau-Gemeinde Rudelzhausen (Kreis Freising), umringt von Schaulustigen
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Ein Schwertransport auf seinem Weg nach München - hier begleitet von Schaulustigen in der Hallertau-Gemeinde Rudelzhausen (Kreis Freising).

Von der Hallertau bis in die Münchner City

Seltenes Spektakel: Gewaltiger Schwertransport durchquert Regionen im Münchner Norden und Innenstadt

  • Armin Forster
    VonArmin Forster
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Ein Schwerlast-Konvoi schlängelt sich in diesen Tagen von der Hallertau bis in die Münchner Innenstadt. Selbst für die Polizei ist es ein besonderes Spektakel.

Update vom Mittwoch, 21. Juli:

Der Schwertransport hat auch die Etappe durch das Ampertal erfolgreich gemeistert, wie die Freisinger Polizei vermeldet: „Im Verantwortungsbereich der PI Freising verlief der Transport ohne Probleme und zeitliche Verzögerung“, heißt es im Bericht der Beamten.

Ein Schwertransport überquert die Kreuzung im Ortskern von Allershausen im Landkreis Freising.

Der Konvoi befindet sich nun an der Zwischenstation Olympia-Schießanlage nahe Garching bei München. Dort muss die Gasturbine per Autokran umgeladen werden, wie Thomas Hoffmann, Projektleiter der verantwortlichen Spedition Kübler, erklärte: „Aus statischen Gründen und wegen der Höhe kommt die Turbine auf eine 96 Meter lange Kesselbrücke.“ Das Gespann verfüge über 34 Achsen. Der Generator verbleibe auf dem Tieflader mit 26 Achsen und 64 Metern Länge. „Mit der Vor- und Nachhut hat der Konvoi eine ungefähre Länge von rund 800 Metern“, berichtete Hoffmann.

Schwertransport passiert in München Odeonsplatz, Stachus und Wiesn

Bis sich der Transport im Anschluss wieder in Bewegung setzt, dauert es dann noch eine Weile: „Wir fahren Freitagabend wieder los, und dann noch einmal am Sonntag tagsüber“, erklärt der Projektleiter. Die verbleibende Route führe unter anderem direkt durch die Münchner City über die Ludwigstraße und den dortigen Odeonsplatz, den Stachus und an der Theresienwiese vorbei. An spektakulären Bildern dürfte es für Schaulustige also auch in den kommenden Tagen nicht mangeln.

Ursprungstext vom Dienstag, 20. Juli:

Hallertau - Manch einer hatte wohl schon ein größeres Unglück oder ein Verbrechen befürchtet. „Weiß jemand, was das für ein Großaufgebot der Polizei rund um Au, Attenkirchen und Reichertshausen ist?“, wunderte sich etwa eine Userin in einer lokalen Facebook-Gruppe am späten Montagabend. Die Antwort kam prompt - und sorgte für Erleichterung: Das viele Blaulicht sowie die unzähligen nächtlichen Warnleuchten und Scheinwerfer gehörten zu einem Schwertransport. Aber was für einem!

Landkreis Freising: 400-Tonnen-Schwertransport auf der Straße - „Selten in Deutschland“

Der Konvoi ist in diesen Tagen in zahlreichen Ortschaften und auf diversen Streckenabschnitten zwischen der Hallertau und der Stadt München zu sehen. Denn die XXL-Lieferung muss vom Kelheimer Donau-Hafen zum Heizkraftwerk Süd an der Münchner Schäftlarnstraße transportiert werden. Die enormen Ausmaße und das Gewicht der Fracht – ein 204 Tonnen schwerer Generator und eine Gasturbine mit 210 Tonnen – machen eine Aufteilung in viele Etappen und Tage beziehungsweise Nächte nötig.

„Sowas wird in Deutschland selten gefahren“, sagt Josef Demmel, und in der Stimme des Hauptkommissars der Freisinger Polizei schwingt eine hörbare Faszination mit. Als Verkehrsexperte ist Demmel zuständig dafür, dass der Schwertransport unbeschadet den Landkreis Freising passiert - und entlang der Tour alles seine Ordnung hat.

Schwertransport auf B13 unterwegs: 20 Beamten begleiten Konvoi - Anspannung ist groß

An die 20 Beamten aus Freising und Moosburg begleiten daher den Konvoi mit Streifenwagen und Polizeimotorrädern. Selbst wenn im vergangenen Jahr schon fast identische Transporte in der Region stattgefunden haben und die Verantwortlichen daher über eine gewisse Routine verfügen: Die Anspannung ist dennoch groß, wenn sich die Tieflader des Spezialunternehmens ihren mühsamen Weg durch die Gemeinden bahnen.

Schwertransport unterwegs auf B13 in den Landkreisen Freising und München

Auf der bisherigen Route, die Stationen wie Mainburg, Tegernbach, Rudelzhausen, Au/Hallertau, Attenkirchen und Zolling umfasst hat, sei alles glatt gelaufen. „Gestern hat es mal ein bisschen geregnet, und wenn die Fahrbahn nass ist, quietschen die Reifen der Lkw schon mal. Die gehen dann beim Bergauf-Fahren leicht durch“, erzählt Demmel. Doch für den Transport sei das kein Problem. Bei dem ausführenden Transportunternehmen aus Baden-Württemberg handle es sich um „absolute Profis“, stellt der Hauptkommissar anerkennend fest.

Polizeihauptkommissar Josef Demml leitete den Einsatz rund um den Schwertransport im Landkreis Freising.

Nach dem Durchqueren der Hallertau hatten die Ungetüme am Dienstagfrüh gegen 3 Uhr ihr Zwischenziel im Ampertal erreicht und wurden kurz vor Allershausen geparkt. Wenn alles glatt läuft, sieht der Plan für die Fortsetzung am Dienstagabend vor, den Konvoi weiter durch Allershausen über Hohenkammer und auf der B13 bis zur Olympia-Schießanlage nahe Garching zu manövrieren.

Auch auf diesem Abschnitt erwartet Josef Demmel wieder reichlich Publikum: „Besonders an Stellen wie der Obermeier-Kreuzung in Allershausen. Da haben wir heute Abend einen Umspann-Vorgang vor uns, bei dem der Schwertransport umgehängt werden muss. Sowas zieht viele Schaulustige an.“ Auch Fernsehteams haben Demmels Einsätze schon des Öfteren begleitet: „Da werden dann für Sender wie etwa DMAX Reportagen über Schwertransporte gedreht.“

Umladen mit Autokränen bei Garching geplant

Mit dem Zwischenziel Olympia-Schießanlage endet zwar der Zuständigkeitsbereich der Freisinger Polizei, der Transport hat dann allerdings noch einige Hürden zu meistern: „Die Generatoren werden mit Autokränen auf andere Tieflader umgeladen und im Anschluss bis zur Ludwigsstraße in der Münchner Innenstadt gefahren.“ Von dort gehe es schließlich auf der finalen Etappe zum Bestimmungsort der Industrieanlagen: dem Heizkraftwerk Süd.

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