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Muss dringend saniert werden: das Tegernbacher Freibad.

Diskussionen im Gemeinderat Rudelzhausen

„Nicht mehr zu retten“: Warum das Tegernbacher Freibad ein hochgradiger Sanierungsfall ist

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Für die Rettung des Freibads in Tegernbach wird die Gemeinde wohl Millionen in die Hand nehmen müssen. Im Herbst 2020 könnte es losgehen.

Rudelzhausen – Ein niederschmetterndes Zeugnis hat das Ingenieurbüro Kienlein dem Freibad in Tegernbach ausgestellt: „Stark beschädigt“, „dringend sanierungsbedürftig“, „nicht mehr zu retten“ – so einige der Beurteilungen, die sich die Rudelzhausener Gemeinderäte am Montag anhören mussten. Und: Um das Freibad in Tegernbach weiter betreiben zu können, dürfte eine Summe zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro fällig sein, so eine erste Grobkostenschätzung.

Harald Kienlein und sein Mitarbeiter Franz Maling hatten sich zwei Tage lang das Freibad angesehen, jetzt legten sie die Ergebnisse ihrer von der Gemeinde beauftragten Untersuchungen vor. Das Mehrzweckbecken sei stark beschädigt, die Fliesen oft hohl und stark in Mitleidenschaft gezogen, fielen schon herab, wiesen Risse auf, die Dehnungsfugen seien wohl undicht: „Eine umfassende Sanierung des Beckens ist unumgänglich“, zumal es auch in keiner Weise den heutigen Vorschriften genüge. Sanierung? Entweder mit Folie oder mit einer Edelstahlwanne.

Für das Kinderbecken gelte im Prinzip das Gleiche, so Maling – nur noch schlimmer. „Dieses Becken ist nicht mehr zu retten.“ Eine Sanierung wäre teurer, als ein neues zu bauen. Der Schwallwasserbehälter bräuchte auch mehr Volumen, Chlor habe ihn stark angegriffen, so die Analyse. Anders ausgedrückt: „Er steht noch. Und das ist schon verwunderlich.“

Filteranlage hat 50 Jahre auf dem Buckel

Auch das Betriebsgebäude habe nach 50 Jahren stark gelitten. Die Umkleiden und WCs entsprechen in keiner Weise heutigen Vorgaben, es gebe kein behindertengerechtes Klo und so weiter. „Der Zustand lässt eine Sanierung nur mit großem Aufwand zu“, zumal der Massivbau im Untergeschoß deutlich geschädigt sei. „Einfach fertig“ sei nach 50 Jahren die Filteranlage im Keller des Betriebsgebäudes, eine Sanierung sei nicht möglich, zumal sie um mehr als die Hälfte unterdimensioniert sei. Die Lösung: Eine Sandfilteranlage oder eine Ultrafiltrationsanlage, die allerdings aufgrund ihrer Dimension einen Neu- oder Erweiterungsbau notwendig mache.

Und danach richtete sich dann auch eine erste Kostenschätzung, die das Büro angefertigt hatte: Die Gesamtmaßnahme dürfte (mit Sandfilteranlage) 1,56 Millionen Euro kosten, mit Ultrafiltrationsanlage 1,77 Millionen. Hinzu kommen noch 300 000 Euro an Baunebenkosten. Ob man dann eine Sanierung mit Folie oder in Edelstahl macht, was das genau kostet, das könne man erst sagen, wenn man eine Vorplanung mit Variantenvergleich durchgeführt habe, so Kienlein.

Gefahr einer Sperrung steigt

Die Frage von Simon Senger (CSU), ob man das Projekt in Abschnitten über ein paar Jahre hinweg strecken könne, beantworteten die Spezialisten so: Zwei bis drei Abschnitte könne man schon vorsehen, die Investitionskosten würden dadurch aber nochmals steigen. Wenn man das Projekt „in einem Zug“ realisiere, könne das in den Monaten zwischen September und Juni passieren. Wie Kienlein betonte, könne es auch sein, dass das Freibad einmal gesperrt werde, wenn man keine Maßnahmen ergreife: „Ein Risiko.“

Bürgermeister Konrad Schickaneder betonte, der Gemeinderat sei sich schon darin einig, das Freibad erhalten zu wollen. Deshalb werde man heuer 50 000 Euro Planungskosten in den Haushalt einstellen, so dass die Sanierung möglicherweise im Herbst 2020 starten könne. Dann freilich, wenn das Freibad neu und schön sei, müsse man einen gesetzlich vorgeschriebenen Schwimmmeister einstellen, der die Gemeinde zwischen 80 000 und 100 000 Euro pro Jahr kosten dürfte. Dass man seit 34 Jahren keinen Bademeister als Aufsicht habe, sei eigentlich nicht erlaubt. Und das dürfe so nicht weitergehen.

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