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So könnte die Ortsumfahrung aussehen: Bisher hat noch keine Trassierung stattgefunden – aber eine Option der Straße wäre, sie im Osten an Rudelzhausen und Puttenhausen vorbeizuführen. 

Vor dem Bürgerentscheid in Rudelzhausen 

B301-Umfahrung: Ein Projekt, das Rudelzhausen spaltet

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Die Bundestagswahl ist am Sonntag nicht die einzige Abstimmung im Landkreis. In der Gemeinde Rudelzhausen geht es bei einem Bürgerentscheid um die Ortsumfahrung der B 301. Das Projekt spaltet die Gemeinde – und die Gegner wollen zeigen, dass ein Großteil der Bürger alles andere als einverstanden damit ist.

Rudelzhausen – Schon bei den Ortsversammlungen im Juni gingen die Meinungen auseinander: Die Befürworter sehen durch eine mögliche Umfahrung eine deutliche Entlastung der B 301, die direkt durch Rudelzhausen führt: Die Gegner monieren auf der anderen Seite einen gigantischen Flächenverbrauch – und vor allem, dass so eine Entscheidung nicht einfach im Gemeinderat hinter verschlossenen Türen getroffen werden solle. Pläne für ein Bürgerbegehren waren bald gefasst.

Kurz darauf, im Juli, startete die Unterschriftensammlung – und 637 Gemeindebürger sprachen sich für einen Bürgerentscheid aus. Doch die Kommunalaufsicht im Landratsamt Freising stieß sich an der Formulierung. „Soll die Gemeinde Rudelzhausen ihre Bemühungen um die Realisierung einer Ortsumgehungsstraße der B 301 fortsetzen?“ hieß es da. Ein Bürgerentscheid solle positiv formuliert sein: „Sind Sie dafür, dass . . .“ Der Gemeinderat, der letztlich über die Zulässigkeit zu entscheiden hatte, lehnte im Juli mit 7:7 Stimmen ab.

Doch vom Tisch war die Volksabstimmung damit noch lange nicht. Denn: Die Bürgerinitiative „B 301 – Zeit für Vernunft“ formulierte um: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Rudelzhausen ihre Bemühungen für die Realisierung einer B 301-Umfahrung um die Ortschaft Rudelzhausen einstellt“ hieß es nun. Und wieder machten sich die Mitglieder auf Unterschriften-Fang – mit erneutem Erfolg. Da hatte der Gemeinderat dann nichts mehr einzuwenden – der Worte waren genug gewechselt. Der Bürgerentscheid findet nun zeitgleich mit der Bundestagswahl statt.

Die Fakten

Der Verlauf der Trasse steht noch nicht fest, die Ortsumfahrung Rudelzhausen ist im Bundesverkehrswegeplan lediglich als vordringlicher Bedarf eingestuft worden. Das heißt, dass das Nutzen-Kosten-Verhältnis vergleichsweise hoch eingestuft wurde. Eine mögliche Variante (siehe Skizze) kostet voraussichtlich 20,3 Millionen Euro, ist rund 6,6 Kilometer lang und soll mit zwei Streifen ausgebaut sein.‘

Die Argumente der Befürworter

Es sind vor allem verkehrstechnische Gründe, die die Befürworter anführen. Von zu schnellen Fahrzeugen durch den Ort, steigendem Durchfahrtsverkehr und zu hoher Lärmbelastung ist da die Rede. Die Anwohner der B 301 sollen entlastet werden. Prominenter Unterstützer ist das amtierende MdB Erich Irlstorfer (CSU).

Die Argumente der Gegner

Auf die Natur besinnen sich die Gegner des Projekts. Zu viele Flächen würden mit dem Straßenbau versiegelt werden. Man müsse andere Wege gehen, um die Anwohner zu entlasten. Stichwort: Flüsterasphalt. Einen Fürsprecher haben sie in Grünen-MdL Christian Magerl.

Das sagen die Beteiligten vor dem Entscheid

Bruno Stahl befürwortet die Umgehung. Er sagt: „Die Planungen haben doch noch gar nicht begonnen. Ich verstehe nicht, warum man dann jetzt einen Bürgerentscheid machen muss.“ Man lege aus Sicht der Befürworter Wert darauf, dass man sich nicht jetzt schon Steine in den Weg lege – und die Planungen nicht abwürge, bevor sie überhaupt begonnen hätten. Er blickt zuversichtlich in Richtung Sonntag: „Ich habe das Gefühl, dass die Mehrheit den gesunden Menschenverstand walten lässt. Es ist ein wahrer Glücksfall, dass wir mit diesem Projekt in den vordringlichen Bedarf eingestuft wurden. Das bedeute aber nicht, so Stahl, dass es jetzt von heute auf morgen losgeht. Eher müsse man an das Ende der Zeitspanne des Bundesverkehrswegeplans – das ist 2030 –, als möglichen Planungsbeginn blicken. Was die Gegner mit dem Entscheid bezwecken wollen, leuchte ihm nicht ein: „Der Entscheid hat ein Jahr rechtliche Bindungskraft – und in 2018 hätte man ohnehin noch nichts geplant.“

„Wir wollen den Bürgerentscheid jetzt, weil es noch kein Meinungsbild in der Gemeinde gibt“, sagt Georg Brunner, Sprecher BI „B 301 – Zeit für Vernunft“. Die Bürger seien noch nicht gefragt worden – und alle „sind immer davon ausgegangen, dass 100 Prozent der Bürger hinter dem Projekt stehen“. Doch dass dem nicht so sei, beweise die BI. Zuversichtlich ist Brunner ohnehin: „Wir hoffen und glauben, dass wir gewinnen.“ Auch 40 Prozent wären schon ein Sieg, so Brunner. Das würde ein Signal senden. Er ist sich aber bewusst, dass selbst ein für seine Seite positiver Ausgang das Projekt nicht stoppen würde – eben aufgrund der einjährigen Bindungskraft. In erster Linie ist es also ein Bürgerentscheid mit Symbolcharakter: Steht der Ort hinter dem Projekt – oder nicht?

Die Fragestellung

„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Rudelzhausen ihre Bemühungen für die Realisierung einer B 301-Umfahrung um die Ortschaft Rudelzhausen einstellt?“ Das bedeutet: Wer sich für die Ortsumfahrung ausspricht, kreuzt „Nein“ an. Wer dagegen ist, setzt sein Kreuzchen bei „Ja“. Die Abstimmung findet am Sonntag, 24. September, in den Wahllokalen der Bundestagswahl statt.

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