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Ausnahmslos Spitzenmusiker agieren in der Pellmaier-Band, die im Asamsaal zu Höchstform auflief.

Konzert

Santana auf bayerisch: Stefan Pellmaier lässt Asamsaal pulsieren

Freising - Wäre Carlos Santana in der Hallertau geboren, dann hätte er Musik gemacht wie „Stefan Pellmaier & Band“. Authentisch, tief verwurzelt in der Heimaterde, mit Spitzenmusikern, mit jeder Menge Percussion und Schlagwerk. Latin Rock mit urbayerischem Einschlag halt.

enn es überhaupt etwas zu bemängeln gibt an diesem Konzertabend im Asamsaal, dann vielleicht die Ansagen, die langen Pausen zwischen den einzelnen Titeln. 16 an der Zahl und allesamt Sahnestücke, wie sich schon vor der Pause ausmachen ließ. Danach, bei den noch rockigeren Live-Einspielungen, bei Kompositionen wie „Defilirium“, bei der wilden Hatz einer „Hopfenpolka“ oder beim Klassiker „Unser alte Kath“, stand der Saal, kannte der Applaus kaum noch Grenzen. Dass Pellmaier viel zu erzählen hatte, lag auch daran, dass er den Unterschied zu seiner Stammformation Luz Amoi deutlich machen wollte.

Geholfen haben ihm dabei neun Musiker, Granden der heimischen Musikszene wie Stefan Treutter am Schlagzeug, Yvo Fischer am Bass oder Vipo Maat an der Gitarre. Von zwei Trompeten, von zwei Posaunen, von zwei Marimbas, von Bongos und Congas ganz zu schweigen.

Stefan Pellmaier & Band legten im Stile eines Orchesters los. Mit Stücken wie „Leit, Leit, Leit“, mit Präzision und Temperament, mit Druck und Dynamik, opulent arrangiert, amtlich durchkomponiert und astrein und messerscharf umgesetzt auf der Asamsaal-Bühne. Dass da Profis am Werk waren, dass die Strahlkraft nicht von ungefähr kam, war schnell klar.

Manchmal war Pellmaier ganz schön außer Atem, wenn er wie weiland Vibraphon-Virtuose Lionel Hampton den Takt und den Ton angegeben hatte. Und so musste er vor der nächsten Anmoderation gelegentlich ganz schön durchschnaufen. Manchmal nahmen er und seine Mitstreiter aber auch Dampf aus dem Kessel, indem sie eine der nicht minder reizvollen Balladen aus ihrem Repertoire spielten. Nebst einem Totenwalzer, der zwar nicht allzu düster auf’s „Boandlkramer“-Gemüt schlug, aber doch in Richtung Moll wies.

Das sollte sich, wie gesagt, ändern, bei all den Rock-Allüren und Funk-Elementen, die im zweiten Teil das Geschehen auf der Bühne bestimmten. Eine helle Freude diese Band. Eine, die mit ihrer CD „La Bavarica!“ ein echtes Pfund im Gepäck hat.

Alexander Fischer

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