Spielen um ihr Leben: Philipp Metzner als Andrew Wyke und Friederike Eckstädt als Milo Tindle. Foto: Gleixner

"Schachmatt" für den König

Freising - Das KreativeSchauspielEnsemble (KSE) begeisterte im randvollen Furtnerbräu mit der schwarzen Krimi-Komödie "Revanche", einem Schachspiel auf Leben und Tod.

Von Teresa Pancritius

Freising - Der junge Freisinger Theaterverein KreativesSchauspielEnsemble (KSE) feierte am Freitag im brechend vollen Jagdzimmer des Furtnerbräu mit „Revanche“ des Engländers Anthony Shaffer (1926 bis 2001) Premiere: Der erfolgreiche Kriminalautor Andrew Wyke lädt Reiseagentur-Inhaber Milo Tindle auf sein nobles Anwesen in der Grafschaft Wiltshire ein. Tindle hat eine Affäre mit Wykes Frau Marguerite und will sie heiraten. Da Wyke selbst fremdgeht, ist er bereit, seine Frau gehen zu lassen, befürchtet aber, dass Tindle nicht wohlhabend genug für Marguerite ist und sie von ihm Unterhalt fordern könnte. Deshalb schlägt er vor, der Nebenbuhler solle zum Schein bei ihm einbrechen und eine teure Uhr stehlen. Die könne er im Ausland verkaufen und Wyke bekomme die Versicherungssumme. Doch der Autor treibt ein böses, doppeltes Spiel, sucht Rache, Revanche.

Das Theaterstück zeichnet sich durch intelligente Dialoge und pointierte Darstellung aus, es bewegt sich an der Grenze zwischen Spiel und Ernst, bietet überraschende Wendungen, viele Lacher und einfach wunderbare Unterhaltung. Regie führt Philipp Schreyer, als Kontrahenten stehen sich Philipp Metzner und Friederike Eckstädt gegenüber. Metzner gibt den exzentrischen Andrew Wyke. In schwarzer Hose und Weste, weißem Hemd, die Haare zurückgegelt, den Vollbart akkurat gestutzt. Sogar die Socken sind passend zum Halstuch gewählt.

Wyke ist ein passionierter Schachspieler. Auch im Leben geht es ihm darum, dem Gegner mehrere Gedankenschritte voraus zu sein. Er redet laut und viel, fantasiert mögliche Szenarien herbei und verwischt die Grenze zwischen den Verbrechen, die er die Täter in seinen Büchern begehen lässt, und dem Einbruch, den Milo in der Realität verüben soll.

Frederike Eckstädt bildet ihn nicht nur in Jeans, Strickpulli und groben Stiefeln als Kontrast zu ihrem Gegenspieler. Er redet leise und weniger. Im Gesicht spiegelt sich sein innerer Kampf wider, den Wykes Angebot auslöst. Eckstädt legt ihren Charakter zunächst tollpatschig und naiv an, doch erweist er sich mit der Zeit als ebenbürtiger Gegner. Und lange ist es nicht klar, für wen der beiden Spieler es am Ende heißen wird: „Schachmatt.“

Weitere Aufführungen: Freitag, 23., Samstag, 24., und Sonntag, 25 Januar, im Furtnerbräu, Obere Hauptstraße 42. Einlass 19, Beginn 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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