Nur ein Teil des maroden Gebäudes soll erhalten bleiben, wenn die Bagger anrollen.Foto: ev

Aus "Schandfleck" soll Vier-Sterne-Hotel werden

Hallbergmoos - Die Planungen für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes „Alter Wirt - Ehemalige Gaststätte Otto von Wittelsbach“ schreiten voran. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte der Projektenwickler den Planungsstand vor. Ziel ist es, das historische Gebäude teilweise zu sanieren und mit einem Hotelkomplex (160 Zimmer) zu kombinieren.

Das 1830 von König Ludwig I. gewidmete Gebäude an der Ecke Ludwig-/Theresienstraße verfällt seit Jahrzehnten. Das soll sich nun ändern: Die Projektentwickler, die Firma Kassecker, stellte nun die Eckpunkte des überarbeiteten Bebauungsplans vor, der in den vergangenen Monaten mit den zuständigen Stellen von Landratsamt, Landesamt für Denkmalpflege, dem städtebaulichen Beratergremium und der Gemeinde Hallbergmoos abgestimmt worden war. Wie Ewald Weber, Geschäftsführer der Kassecker-Projektentwicklungsgesellschaft, ausführte, soll ein Teil des im Jahre 1830 von König Ludwig I. gewidmete Gebäudes erhalten bleiben - und das zentrale Element des entstehenden Hotelkomplexes bilden. Ein Gästehaus mit 160 bis 165 Zimmern im Vier-Sterne-Segment und einer durchschnittlichen Zimmergröße von 50 Quadratmetern. In etwa zweieinhalb Jahren, so die Prognose, könnte das Hotel den Betrieb aufnehmen.

Auf Basis eines Lagesplans aus dem Jahr 1889 verfolgt man die Idee eines Vierseithofs. Man will, wie er deutlich machte, den ländlichen, ursprünglichen Charakter erhalten und über an An- und Weiterbauten will man eine hofartige Struktur schaffen.

Farblich soll sich das historische Gebäude von den Neubauten abheben. Ursprünglich war das Gebäude weiß. Bei einer späteren Renovierung erhielt es einen Anstrich in Ocker. Die Farbauswahl wie auch die Fassadengestaltung trifft, wie er deutlich machte, letztlich der Hotelbetreiber. „Es ist gut für die Gemeinde, wenn man das Ganze zum Leben erweckt. Da sollte das Bild auch passen“, betonte Weber und zeigte sich für Ideen aus dem Gemeinderat aufgeschlossen. Fest steht aber, dass das Gebäude entsprechend der Umgebungsbebauung ein Satteldach erhält.

Hier wie in anderen Punkten, sei man laut Bürgermeister Harald Reents an strenge Vorgaben der Denkmalschutzbehörde gebunden. Der Neubau wird unterkellert und mit etwa 100 Tiefgaragen-Stellplätzen versehen. Oberirdisch werden lediglich sechs bis acht öffentliche Stellplätze ausgewiesen. Dies entspricht, wie die Nachfrage von Konrad Friedrich (SPD) ergab, der gemeindlichen Stellplatzordnung.

Die Zufahrt erfolgt über die Ludwigstraße. „Wegen des hohen Verkehrsaufkommens erscheint mir das nicht sinnvoll“, gab Robert Wäger (Grüne). Alternativ wäre ein Zufahrt über den Eichnerweg eine Option gewesen. Doch um Anwohner nicht zu belasten, habe man davon Abstand genommen, so Weber. Weil das 8100 Quadratmeter große Areal vom Eichnerweg durchschnitten wird, ist eine Verlegung der Straße vorgesehen.

Mit Blick auf den Schaffung eines Biergarten, der in einem früheren Planungsstadium im Gespräch war, erinnerte Rudi Zeilhofer (CSU) daran, das möglicherweise ein Fundament für einen Maibaum existiert. Zu reden sein wird auch noch über die Namensgebung: Man will Verwechslungen mit dem Alten Wirt im Ortsteil Goldach, einem florierenden Gaststätten- und Hotelbetrieb, in Zukunft ausschließen. Im Rat war man sich letztlich einig, dass mit dem Vorhaben ein „Schandfleck“ der Gemeinde beseitigt wird - und stimmte dem Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einstimmig zu.

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