Schlägerei in Erding: Mutmaßliche Täter verurteilt

Moosburg - Nach einer brutalen Schlägerei in Erding hat das Amtsgericht Freising zwei Moosburger verurteilt Das Zünglein an der Waage spielte dabei ein Zeuge aus den Reihen der Angeklagten.

Der Anlass war, wie so oft, nichtig: Auf dem Parkplatz vor einer Disko in Erding sind im vergangenen September die Fäuste geflogen. Ein 21-Jähriger verlor das Bewusstsein, sein Begleiter (20) landete mit Gehirnerschütterung im Krankenbett.

Die mutmaßlichen Täter, zwei Moosburger (18/28), bestritten ihre Schuld und stützten sich auf den juristischen Grundsatz Aussage gegen Aussage, der zumindest für einen Freispruch „in dubio“ hätte reichen sollen.

Als die Moosburger am frühen Morgen des 26. September 2010 mit ihrem Auto auf dem Heimweg den Parkplatz querten, sollen sie den 21-Jährigen touchiert haben. Der Wagen rollte so dicht an ihm vorbei, dass er mit dem Ellbogen gegen den Außenspiegel gestoßen sei. Der klappte laut krachend ein und soll dabei beschädigt worden sein. Schon standen sich die alkoholumnebelten jungen Männer testosterongeschwängert gegenüber.

Was in den folgenden ein bis zwei Minuten geschah, gleicht in den Schilderungen des 21-Jährigen wie der Einsatz eins Überfallkommandos. Sofort habe er einen Faustschlag gegen den Schädel erhalten und ging zu Boden. Als er wieder zu sich kam, sah er, wie sich die Angreifer seinen Begleiter vornahmen. Im nächsten Moment waren sie schon wieder im Auto verschwunden. „Ich habe mir gerade noch das Kennzeichen notieren können.“ Der 20-Jährige berichtete, von den Moosburgern gemeinsam verdroschen worden zu sein. Als er am Boden lag, hätten beide weiter auf ihn eingetreten.

Die Angeklagten bestanden jedoch darauf, von den Opfern provoziert worden zu sein. Einer der beiden habe den Spiegel mit einem Kicksprung zerdeppert. Dann hätten sie sich vor ihnen aufgebaut. Angeblich unterstützt von mindestens zwei Bekannten, hätten sie die Moosburger geschubst und verhöhnt.

Dass die Moosburger zu zwei Freizeitarresten beziehungsweise zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt wurden, begründete der Richter hauptsächlich mit den belastenden Aussagen ausgerechnet eines Bekannten der Moosburger, der sich im Auto sitzend aus der Schlägerei herausgehalten hatte. Der Student hatte beobachtet, wie beide gemeinsam auf den 20-Jährigen eingedroschen hatten.

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