Schonfrist für das THW bis Ende des Jahres

Freising - Die Tage der THW-Wache am Sondermüllerweg sind gezählt. Eigentlich müsste die Truppe ihre angestammte Unterkunft in der ehemaligen Breymühle Ende Juni räumen: wegen der künftigen Baumaßnahmen am Domberg. Jetzt hat die Erzdiözese noch einmal Aufschub bis Ende des Jahres gewährt. Was danach geschieht, ist jedoch noch ungewiss.

„Wir können uns ja nicht auflösen“, gibt der Ortsbeauftragte des THW Freising, Michael Wüst, zu bedenken. Wie auch - das Technische Hilfswerk wird gebraucht, an allen Ecken und Enden. Wüst verweist auf 40 000 Dienst- und Arbeitsstunden im vergangenen Jahr. Man verfügt über 70 ehrenamtlichen Helfer über eine Jugendgruppe von 21 Mitgliedern, über 14 Einsatzfahrzeuge und acht Anhänger. Neben Unfällen und Einsätzen im Zuge des Katastrophenschutzes war das THW jüngst vor allem bei der Flüchtlingshilfe schwer gefordert.

„Es ist wohl eine Ironie des Schicksals, dass für die Errichtung einer Notunterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts Erding gut 4000 ehrenamtliche Einsatzstunden alleine durch Freisinger THW’ler aufgewendet wurden. Trotz des Wissens um die Kündigung der Liegenschaft und die damit hochkritische Situation für den Ortsverband“, monieren die Verantwortlichen auf ihrer Homepage.

Dass es eng wird für das THW Freising, dafür macht Wüst den Bund, respektive die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verantwortlich. Denn seit langem, schon über zehn Jahre, ist ein Neubau der THW-Wache im Gespräch. Am Lerchenfelder Südring, gleich hinter dem TÜV im Bereich des Hundehotels. Gesamtkosten: 5,3 Millionen Euro. Aus den Plänen wurde bis dato nichts, weil offenbar eine Finanzierungslücke von einer Million Euro besteht. Und das, obwohl sich der THW-Helferverein zur Zahlung von 530 000 Euro bereit erklärt hat.

Wüst hofft indes auf eine Zwischenlösung. „Container wären eine Möglichkeit, auch wenn das natürlich nicht so prickelnd ist“, teilte er gegenüber dem FT jetzt mit. Aber für eine Übergangszeit wäre es denkbar, wie er einräumte. Eine Auflösung des Ortsverbandes wäre aus seiner Sicht undenkbar und fatal. „Wenn so eine Gemeinschaft mal kaputtgegangen ist, dann kann man sie nicht mehr aufbauen“, machte Wüst deutlich.

Noch aber wolle man positiv denken, noch sei Zeit, zusammen mit dem Landesverband und dem Bund „eine vernünftige Lösung herbeizuführen“, glaubt Wüst. Die Alternativen würden derzeit geprüft. Auch eine kurzzeitige Unterbringung auf dem Übungsgelände am Seilerbrückl ist laut Wüst denkbar. „Wir werden im Januar irgendwo untergebracht sein“, macht der Ortsbeauftragte seinem Team Mut. Er gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass „binnen fünf Jahren eine Lösung“ her müsse.

Der Kirche will Michael Wüst übrigens keine Schuld geben an der unerfreulichen Entwicklung. Dass die Erzdiözese die Liegenschaft benötige, um ihre Baustelle einrichten zu können, sei verständlich. Schon der Aufschub bis Dezember sei als großes Entgegenkommen zu werten, stellte der Ortsbeauftragte klar.

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