Schulleiter zur Rückkehr des g 9

Schulleiter zur Rückkehr des G9: „Endlich ist eine Entscheidung da“

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Freising - Es ist amtlich: Im Herbst kehrt das neunjährige Gymnasium in Bayern zurück. Bei den Schulleitern im Landkreis Freising gehen die Daumen nach oben – aus mehreren Gründen.

Peter Spanrad ist erleichtert. „Endlich ist eine Entscheidung da“, sagt der stellvertretende Leiter des Camerloher-Gymnasiums in Freising. Die wochenlange Ungewissheit habe die Eltern, die ihre Kinder für kommendes Jahr an der Schule anmelden wollen, stark verunsichert. „Einige haben schon gesagt: Wenn wir nicht bald wissen, wie es mit dem Gymnasium weitergeht, dann schicken wir unsere Kinder lieber auf die Realschule.“

Auch Franz Vogl, Leiter des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums in Neufahrn, betont: „Es ist wichtig, dass sich die Eltern der jetzigen Viertklässler nun sicher sein können, dass es für ihre Kinder ins G 9 geht.“ Manfred Röder, der das Domgymnasium leitet, ist nicht nur froh, dass die Unsicherheit für die kommenden Fünftklässler beseitigt wurde, sondern auch darüber, dass es für ganz Bayern eine einheitliche Lösung gibt. „Diese ebenfalls diskutierte Optionsvariante, dass Schulen selbst zwischen G 8 und G 9 entscheiden können, wäre aus meiner Sicht fatal gewesen.“ Nicole Storz, Leiterin des Josef-Hofmiller-Gymnasium, begrüßt die Rückkehr zum G 9. „Ich glaube, dass tut den Schulen gut, und es entspricht auch dem Wunsch der meisten Eltern und Schüler.“

Dass der Pflichtunterricht am Nachmittag im G 9 wieder sinken soll, befürwortet Spanrad. „Vor allem für die Buben ist es eine Wohltat, wenn sie wieder ein bisserl mehr Luft bekommen.“ Die Reform dürfe aber nicht zu einem „Gymnasium light“ führen. „Die Qualität muss schon gewahrt werden.“ Storz hofft, dass ihr Joho durch die Neuregelung noch mehr Zulauf bekommt. „Es hat schon Eltern gegeben, die ihr Kind wegen des Nachmittagsunterrichts nicht aufs Gymnasium geschickt haben, obwohl es fürs Gymnasium geeignet gewesen wäre.“

Vogl ist noch aus einem anderen Grund „dankbar“ für die Entscheidung. „Jetzt müssen wir nicht mehr ständig darüber diskutieren, wie lange die Kinder aufs Gymnasium gehen, sondern können uns wieder ums Wesentlichen kümmern: die Inhalte.“ So ist für den Leiter des OMG wichtig, den digitalen Unterricht verstärkt voranzutreiben. „Da hinken wir hinterher. Wir müssen uns langsam dem 21. Jahrhundert stellen.“

Der sogenannten „Überholspur“ stehen die Schulleiter im Landkreis ebenfalls positiv gegenüber. Demnach dürfen Schüler, die das Abitur nach acht Jahren ablegen wollen, die elfte Klasse bei entsprechenden Leistungen überspringen. „Ich finde das prinzipiell sinnvoll“, erklärte Röder. Der Leiter des Domgymnasiums betonte jedoch auch, dass man nun genau hinsehen müsse, welche Unterrichtsinhalte für die elften Klassen angedacht seien, und welche Förderangebote für diejenigen konzipiert werden, die nach acht Jahren fertig sein wollen. Spanrad traut den Sprung von der Zehnten in die Zwölften rund 20 Prozent seiner Schüler zu. „Die Frage ist nur, ob sie das auch wollen. Denn dann müssen sie aus ihrem sozialen Verband raus.“

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