Keine Schulden,  Rücklagen in Höhe von 2,3 Millionen Euro trotz neuer Schulturnhalle: Die Wolfersdorfer hörten viel Positives in der Bürgerversammlung am Donnerstag. 

Bürgerversammlung Wolfersdorf

Schulturnhalle „locker“ weggesteckt

Wolfersdorf - Die Bilanz konnte sich sehen lassen. Keine Schulden, nullkommanull und Rücklagen von über 2,3 Millionen Euro. Und das, obwohl man mit der neuen Schulturnhalle gerade das teuerste Bauprojekt überhaupt verwirklicht hat. Grund zum Applaudieren hatten die Besuche der Bürgerversammlung genug. Einen Wermutstropfen stellte allerdings die Telekom dar.

Bürgermeister Sebastian Mair hatte leichtes Spiel. Sein Rechenschaftsbericht bot nicht viel Anlass zur Kritik unter den knapp 80 Zuhörern. Am Ende waren es typische Ärgernisse, wie Hundekot, Pferdemist und ein altes Schrottauto, das eigentlich schon seit geraumer Zeit entsorgt gehört. Nichts jedenfalls, das Mair bei der Bürgerversammlung nicht mit Kommentaren, „haben wir schon auf dem Radar“ oder „wir kümmern uns darum“ hätte abtun können.

Die Zahlen sprachen klar für die Politik von Mair und seinem Gemeinderat. Demnach wachsen die Bäume zwar nicht direkt in den Himmel, aber es geht stetig bergauf, wie der Gemeindechef etwa anhand des Einkommensteueranteils von prognostizierten 1,58 Millionen Euro deutlich machte. Mair bezeichnete die Einkommensteuer denn auch als „Haupteinnahmequelle“ der Gemeinde. Erfreulich aus finanzieller Sicht ist Mair zufolge aber die Entwicklung der Gewerbesteuer. Mit 441 000 Euro ist sie 2016 „sehr hoch ausgefallen“, wie das Gemeindeoberhaupt betonte. Unabhängig davon man heuer moderat im 350 000 Euro angesetzt. Dass man den Bau der neuen Schulturnhalle gut verkraftet hat, zählte mit zu den zentralen Botschaften des Rechenschaftsberichtes. Die Baukosten von 1 860 000 Euro verteilen auf zwei Jahre. Der Löwenanteil in Höhe von 1,2 Millionen Euro ist allerdings schon angefallen. Den Rest will man in den Haushalt 2017 einstellen. Neben dem Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Billingsdorf- Unterhaindlfing mit einem Kostenpunkt von 600 000 Euro der größte Posten im neu aufgestellten Etat.

Bei der Wahl der Firmen, die am Bau der Schulturnhalle beteiligt waren, habe man „Glück gehabt“, wie Mair feststelle. Auffällig sei allerdings gewesen, dass die beauftragten Firmen „viele Subunternehmer“ beschäftigt hätten.

Dass es nicht ganz ohne Sorgenfalten auf der Stirn ging, das zeigte sich etwa beim leidigen Thema Straßenausbaubeitragssatzung oder im Zuge des Neubaugebietes „Am Hochberg“. Dort hat es die Telekom laut Mair nach über sechs Monaten „teilweise nicht geschafft“, für eine vernünftige Telefonverbindung zu sorgen. Auf eine Nachfrage aus dem Publikum antwortete Mair, „dass angeblich jetzt aus technischer Sicht alles möglich ist“. Woran es noch hapere, sei der Service. „Ein bisschen Ärger“ hat es nach Darstellung von Mair auch bei der Verlegung von Glasfaserkabeln direkt bis ins Haus gegeben. Einige Nutzer sollten Glasfaser bis ins Haus bekommen. Die Verantwortlichen hätten aber noch nicht mal Anträge versandt. „Das ist nicht zufriedenstellend, ich hoffe, dass sich da noch etwas tut“, sagte Mair zur Situation beim Breitbandausbau.

Dass die Gemeinde im Gegensatz zu Kommunen wie München oder Halbergmoos Beiträge verlange, beim Straßenausbau, das verteidigte Mair indes. Eine ungute Situation, über die man sich noch einmal unterhalten müsse, erklärte er zu den unterschiedlichen Ansätzen. Er gab aber zu verstehen, dass man bemüht sei, die Anrainer so wenig wie möglich zu belasten, mit der Beteiligung an den Kosten.

Viel Platz räumte Mair auch der Kinderbetreuung und der Schulsituation ein. Dass die Gemeinde dabei ordentlich Geld in die Hand nimmt, das machte er an einem jährlich „ungedeckten Aufwand“ im Kindergarten in Höhe von 424 512 Euro deutlich. Zirka 150 Kinder von einem halben bis zu sechs Jahren würden die Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Pro Kind legt die Gemeinde noch 2830 Euro drauf. Gut angelegtes Geld, aber eben auch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, wie er zu verstehen gab. Gleiches galt für den Bereich Grund- und Hauptschule. Für die 138 Schüler entstehen der Kommune 213 349 Euro Kosten im Jahr. Ebenfalls ein „Defizit“, wie Mair betonte.

Alexander Fischer

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