Schwank-Schmankerl mit Schwammerl

Hallbergmoos - Schmankerl bayerischen Volkstheaters vom Hallberger Brettl: Vier komödiantische Einakter hat die Laienbühne im Gemeindesaal serviert.

Los geht's mit einem Schwank um Schwammerlsuppe: Beim Tauf-essen, einer Bauernposse aus der Feder von Michl Lang, hat die bucklige Verwandtschaft einiges zu verdauen. Während die Festrunde nach dem vermeintlich vergifteten Mahl das letzte Stündlein gekommen sieht, löffelt der angeheiterte „Zankl“ (Toni Dobmeier) in aller Seelenruhe die Pilzsuppe aus und läuft zu Höchstform auf: Den heulenden Täufling beruhigt er mit hochprozentiger Flaschennahrung, ehe er mit seiner herrischen Gattin (Nicole Reither) im Angesicht des Todes abrechnet und effektvoll eine Flasche auf ihrem Kopf in Scherben geht. Auch für Schwiegersohn Michi (Rainer Nöth) geht die Rechnung auf: Mit Hilfe der einfältigen Magd Zenzi (Gabi Kopf) überlistet er die Schwiegermutter und zwingt sie zur Hofübergabe.

Ordentlicher Schwindel ist auch bei „Der frommen Helene“ angesagt: Weil er in der Reihe seine Kameraden mit nur einem Kind schlecht dasteht, erfindet Hinteregger (Wolfgang Wilfling) sich noch Abkömmlinge dazu: Sohn (Holger Morasch) und Gattin (Gitti Wimmer) schlüpfen in Rollen und Kleidung der vermeintlichen Töchter: Weil Spezl Dimpflmoser (Sepp Fritsch), dem man imponieren möchte, Heiratsambitionen hat, haben die fromme Helene und die „männliche“ Marie ihre liebe Not, den Avancen zu entkommen.

Ein „U“ für ein „A“ vormachen lässt sich Agathe (Nicole Dubelowki) bei ihrem Heiratsantrag: Denn „Brösike“ (Fritz Schwarz) ist dieses Vokals nicht mächtig, was zu argen Verständigungsproblemen führt. Schwer mit der Verständigung tun sich auch Balduin (Hermann Maurer) und sein Bruder (Fritz Schwarz): Deshalb geben Vater und Mutter Tipps - dem einen fürs Bewerbungsgespräch, dem anderen für den Heiratsantrag. Dass die Burschen ihre Spickzettel verwechseln, führt zu amüsanten Szenen auf der Bühne.

Freuen über volle Ränge und die bestandene Feuerprobe konnte sich beim Brettl diesmal besonders Gitti Wimmer: Sie stand nach dem Rückzug von Sieglinde Kubon nicht nur als Schauspielerin auf der Bühne, sondern führte erstmals auch Regie. Aufwändige Bühnenbilder - verantwortlich Ingrid Kammann und Natalie Altschäffl - sowie beste musikalische Begleitung durch die Goldacher Buam rundeten den „Schwankerlabend“ ab.

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