Viel mehr steht noch in seiner Akte

37-Jähriger vergewaltigt Freundin mehrfach und hortet Kinderpornos

Landkreis/Landshut – Er vergewaltigte mehrmals seine Freundin, hatte Kinderpornos auf der Festplatte, besaß ein Waffenarsenal und stellte ein falsches Potenzmittel her. Für dieses dicke Bündel an schweren Straftaten aber wird ein 37-Jähriger aus dem südlichen Landkreis vor Gericht mit einer Freiheitsstrafe unter fünf Jahren davonkommen.

Die Anklageschriften lauten auf unerlaubten Erwerb von Waffen- und Waffenteilen, illegalen Erwerb und Besitz von Munition, vier Fälle des sexuellen Missbrauchs, auf Besitz von jugend- und kinderpornografischen Schriften sowie gewerbsmäßiges Herstellen und Inverkehrbringen gefälschter Arzneimittel.

Zum Prozessauftakt gab es aber erst mal über zwei Stunden dauernde Verständigungsgespräche, in deren Verlauf sich alle Prozessbeteiligten auf einen Strafrahmen zwischen knapp vier und einer Obergrenze von knapp unter fünf Jahren einigte. Das dafür geforderte Geständnis lieferte der Verteidiger für seinen Mandanten: Letzterer räumte die Vorwürfe ein.

Aufgeflogen war der Angeklagte, der 2012 mit seiner Mutter und seiner Schwester aus Nordrhein-Westfalen in den Landkreis gezogen war, im Jahr 2013, als er Waffenteile im illegalen Darknet gekauft hatte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Oktober 2015 wurden bei dem 37-Jährigen mehrere halbautomatische Pistolen der Marke Glock sowie diverse Anbauteile sichergestellt, dazu noch 90 Stück Munition.

Doch im Zuge weiterer Ermittlungen wurde Unglaubliches aufgedeckt: Wie sich herausstellte, hatte der 37-Jährige eine ehemalige Freundin (31) aus seinem früheren Wohnort bei Besuchen im November 2011, Juni 2012, sowie Januar und November 2013, begrapscht, mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt und sie dabei gefilmt. Laut Anklage habe er sie auch wehrlos gemacht. Diesen Punkt bestritt der 37-Jährige allerdings in seinem Geständnis. Bei einer weiteren Wohnungsdurchsuchung fanden die Fahnder auf Computern, Festplatten und Handys auch noch rund 200 Kinder- und Jugendpornos.

Die Polizei fand zudem heraus, dass der 37-Jährige ein falsches Potenzmittel knapp 90 mal über E-Mail und Internet verkauft haben soll. Insgesamt habe er rund 3900 Kapseln versandt und dafür rund 6000 Euro kassiert. Sein Mittel „Maxidus“ allerdings bestand aus zerstoßenen Viagratabletten, die mit Kakaopulver vermischt und in Gelatinekapseln gefüllt worden war. Ein Urteil gibt es am Montag. 

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © dpa

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