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Seehofer von Argumenten „beeindruckt“

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Freising - Optimistisch kehrten die Startbahngegner aus der Staatskanzlei zurück: Ministerpräsident Horst Seehofer bezeichnete dort die Argumente gegen die dritte Piste als „ausgezeichnet und beeindruckend“. Heute fahren OB Tobias Eschenbacher und Landrat Josef Hauner zu Seehofer.

15 Startbahngegner waren am Dienstag bei Ministerpräsident Horst Seehofer. Und auch heute Vormittag wird Seehofer im Rahmen seiner Dialog-reihe über die dritte Startbahn keine Pro-Stimmen hören: Landrat Josef Hauner und OB Tobias Eschenbacher werden in die Staatskanzlei reisen und dort ihre Sicht der Dinge darlegen.

Wenn Seehofer heute so gesprächsbereit ist wie am Dienstagabend, dann dürfte es ein relativ harmonischer Termin werden. Denn Aufgemuckt-Sprecher Hartmut Binner betonte am Tag nach dem Termin in der Staatskanzlei, er habe tatsächlich den Eindruck gehabt, Seehofer führe die Gespräche über den Bau der Startbahn ergebnisoffen. So habe der Ministerpräsident die „ausgezeichneten und beeindruckenden Argumente“ der Startbahngegner gelobt, habe sich alles angehört und jeden zu Wort kommen lassen – auch die drei Bürger, die von einer dritten Startbahn extrem betroffen wären, nämlich die Attachinger Christoph Riesch, Michael Buchberger und Ludwig Grüll. Und auch alle drei bei diesem Dialog vertretenen Organisationen – Aufgemuckt, Plane Stupid und die Schutzgemeinschaft Nord – hätten jede Gelegenheit gehabt, ihre Argumente vorzubringen.

Binner berichtet auch, dass Seehofer „eine positive Einstellung uns gegenüber“ an den Tag gelegt und seinerseits betont habe, „dass es gut war, dass wir gekommen sind“. Die Bedenken des Aufgemuckt-Sprechers, Seehofer und die Staatsregierung könnten irgendeinen Kniff in der Hinterhand haben, mit dem sie den Bürgerentscheid in München aushebeln könnten (Binner würde das als „Schmutzelei“ bezeichnen), hätten sich nicht bewahrheittet. Ende Oktober oder im November, so schätzt Binner, werde Seehofer dann seine Entscheidung bekannt geben.

Die können auch der Freisinger Landrat und Freisinger OB beeinflussen. Die sitzen heute Vormittag in der Staatskanzlei. Im Vorfeld sagte Eschenbacher: „Ich hoffe, dass ich den Ministerpräsidenten mit meinen Argumenten gegen die dritte Bahn überzeugen kann.“ Er hat in den letzten Tagen nochmal intensiv Aktenstudium betrieben. „Ich möchte ihm klar vor Augen führen, dass eine dritte Bahn eine Katastrophe für die Stadt Freising wäre. Eschenbacher will Seehofer klar machen, „dass eine dritte Startbahn regelrecht ein Korsett um die Domstadt schnüren würde, was die künftige Entwicklung der Kommune geht: Trotz des weiter wachsenden, enormen Siedlungsdrucks auf Freising wäre eine planerische Fortentwickung kaum mehr möglich. Das ist fatal.“ Der OB hofft, dass Seehofer nach den Fragerunden einlenkt. „Wenn er sich aufrichtig und intensiv mit all unseren Fakten und Argumenten beschäftigt, kann es für ihn eigentlich nur die Entscheidung geben, den Bau der Bahn ad acta zu legen.“

Auch Landrat Josef Hauner hat sich intensiv auf das Treffen mit Seehofer vorbereitet und will ihm heute eindrücklich vor Augen führen, welche immense zusätzliche Belastung, etwa durch Fluglärm und Abgase, auf die Region zukämen. Hauner will Seehofer auch klarmachen, dass die Region keine neuen Arbeitsplätze mehr braucht – ein Argument, das die IHK gern ins Feld führt. Der Landkreis sei völlig überhitzt, Wohnraum unbezahlbar. „Da sind Arbeitsplätze nur von außerhalb zu besetzen“, sagt Hauner, doch die Verkehrserschließung des Airports sei jetzt schon mangelhaft.

Auch Hauner glaubt, dass Seehofer noch keine Vorentscheidung getroffen habe. Und er habe auch keine Tricks in der Hinterhand wie eine Aushebelung des Münchner Bürgerentscheids. Hauner: „Ich fahre nicht mit dem Gefühl nach München, dass ich mir den Termin auch sparen könnte.“

Helmut Hobmaier/Andreas Beschorner/Wolfgang Schnetz

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