Bürogebäude evakuiert

Seltsame Substanz sorgt für zwölf Verletzte

Hallbergmoos - Schwindel, Übelkeit, Atemwegsreizungen: Eine ominöse Substanz im Treppenhaus sorgte für zwölf Verletzte in Hallbergmoos - und für die Evakuierung eines mit 80 Mitarbeitern besetzten Bürogebäudes.

Der Notruf erreichte die Neufahrner Polizei gestern um 10.38 Uhr. In dem Bürogebäude in der Ludwigstraße 55 rieche es gefährlich nach Gas. Sofort rasten Polizei und Feuerwehr los und ordneten die Evakuierung des Gebäudes an. 80 Mitarbeiter streiften sich Mäntel und Jacken über, verließen ihren Arbeitsplatz - und warteten erst einmal auf der Straße ab.

Doch dieser Geruch, der hatte es in sich. Zwölf der Mitarbeiter hatte es erwischt: Sie klagten über Atemwegsreizungen, Schwindel und Übelkeit. Einigen war es schlicht hundeelend. In zehn Fällen reichte es, die Betroffenen vor Ort zu behandeln. Sie konnten bald nach Hause entlassen werden. Zwei Mitarbeitern aber ging es so schlecht, dass sie mit dem Sanka ins Klinikum rechts der Isar und ins Freisinger Klinikum gebracht werden mussten, wie die Polizei berichtete. In einem Fall folgte die ambulante Behandlung im Krankenhaus, im zweiten war die stationäre Aufnahme unvermeidlich.

Bilder: Buttersäure-Einsatz in Hallbergmoos

In der Zwischenzeit spürten Feuerwehr und Polizei dem Geruch nach. Zunächst gab man, nachdem man die Lage kurz gepeilt hatte, vorsichtig Entwarnung: Es war kein Gasanschluss vorhanden, und Tests ergaben, dass der Geruch auch nicht von Gas herrührt. Was war bloß der Grund für den „beißenden“ und „käseartigen“ Gestank? Sollte in der Tiefgarage ein Tierkadaver langsam verwesen? Man suchte, fand aber nichts. Dafür wurde man im Treppenhaus fündig.

Auf einem Fensterbrett im Abgang entdeckte man schließlich eine handflächengroße, gelartige Substanz, von der die extreme Geruchtsentwicklung ausging. Der Stoff wurde von der Feuerwehr gesichert und in ein Speziallabor gebracht. Ein Ergebnis stand gestern noch nicht fest, es könnte sich aber um Buttersäure handeln. Ein missglückter Scherz? Ein Racheakt? Der Hintergrund dieses „Säureanschlags“ erscheint noch als völlig rätselhaft. Die Kripo jedenfalls ermittelt.

An die Arbeit zurückkehren konnten die Beschäftigten am Mittwoch nicht mehr. Sie durften aber am Nachmittag wichtige persönliche Dinge von ihrem Arbeitsplatz holen. So wurde es ein langer Tag des Wartens für die meisten der Evakuierten. Statt am Schreibtisch brachten einige die Stunden in einem leerstehenden Verkaufsraum der gegenüberliegenden OMV-Tankstelle zu. Und warteten, dass der Gestank nachlässt.

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