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Kritische Worte in einer besinnlichen Zeit: Haags Bürgermeister Anton Geier ging in seinen Worten anlässlich der Adventsfeier in Haag auch auf die Flüchtlingsfrage und das Thema Wohnen im Alter ein.

Kritische Worte zum Advent

Geiers Appell an die Menschlichkeit

Haag - Die Gemeinde Haag hat zur Adventsfeier eingeladen. Neben Punsch, Plätzchen und besinnlicher Gedichte und Geschichten gab es auch eindringliche Worte des Bürgermeisters, die zum Nachdenken anregten.  

Marina Thudichum, die Haager Schriftstellerin, nach der die Grundschule benannt wurde, würde im kommenden Jahr ihren 110. Geburtstag feiern. Die Gemeinde gibt zu diesem Anlass ein Fest. Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekamen die Senioren aus Haag und Umgebung bei der adventlichen Feierstunde der Gemeinde. Elf Kinder aus Haag führten unter der Leitung von Marianne Donauer das von Marina Thudichum gedichtete Weihnachts-Märchenspiel „Im Weihnachtswald“ auf. „Wie ist es still in unserem Wald, jetzt kommt das Christkind sicher bald“, erzählten die Schulkinder den zahlreich erschienenen älteren Dorfbewohnern.

Haags Bürgermeister Anton Geier richtete nachdenkliche Worte an die Gäste, ging darin auf die veränderte Gesellschaft ein und betonte, dass auch in Haag der demografische Wandel stattfinde. Leider habe man im Wohnungs- und Häuserbau oft nicht genügend vorausgedacht und zu viele Treppen und Galerien eingebaut, die den Bewohnern im vorgerückten Alter Schwierigkeiten machen. Geier propagierte in diesem Zusammenhang ein barrierefreies Bauen, das auch der älteren Generation gerecht werde und stellte weiterhin für die Zukunft das Wohnen in einem Mehrgenerationenhaus in Aussicht. Entsprechende Gebäude habe man sich bei zahlreichen Exkursionen mit den Haager Gemeinderäten ansehen können. Mit dem Haager Dorfladen, der kürzlich seinen zweiten Geburtstag feierte, sei man der älteren Generation bereits ein gutes Stück entgegengekommen, sagte Geier: Barrierefreies Einkaufen am Ort. Die Diskussionen um ein altersgerechtes Wohnen werde zur Zeit überlagert von den Flüchtlingsströmen, von denen auch Haag betroffen sei. Hier leben zur Zeit zwölf Asylbewerber, eine Familie (Mutter mit vier Kindern im Alter von sechs bis 17 Jahren) und einige alleinstehende Männer. Seit über drei Jahren werden die Flüchtlinge von Helfern unter der Leitung von Hans Schindlbeck gefördert.

Weitere Asylbewerber werden in Kürze in das Pfarrhaus ziehen. Im kommenden Jahr rechnet Geier mit noch mehr Menschen, die auch in den Dörfern Zuflucht finden werden. In Haag habe man sich bereits darauf eingestellt. Die beiden pensionierten Pädagogen Marianne Donauer und Werner Büngener führen seit einiger Zeit Sprachkurse mit den Flüchtlingen durch. Der Rathauschef kritisierte in diesem Zusammenhang Parteien, die wegen der Flüchtlingsströme politisches Kapital im negativen Sinne schlagen würden. Er erinnerte an die Bankenrettung, die viele Milliarden Euro gekostet habe, sodass man jetzt auch Geld für das Flüchtlingsproblem bereitstellen könne und müsse. Der Gemeindechef ist sich sicher, dass der Gemeinderat für die örtlichen Notwendigkeiten weiterhin die richtigen Entscheidungen zum Wohle der Bevölkerung treffen werde. Seniorenreferent Franz Donauer dankte allen Helfern, die im Hintergrund für das Fest gearbeitet hätten. Sein besonderer Dank galt Gisela Huber sowie den fleißigen Dekorateurinnen, die die Schulaula in einen Festsaal umgestaltet hatten. Viel Lob erntete Bärbel Decker für die musikalische Gestaltung.

Wolfram Riedel

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