+

Bericht aus dem Gericht

Sex-Fotos an Mädchen (10) gemailt

  • schließen

Pornobilder hat ein 64-Jähriger aus Landshut von seiner Arbeitsstelle am Flughafen aus per Handy an ein zehn Jahre altes Mädchen in Cottbus verschickt. Deswegen musste sich der Mann jetzt vor dem Amtsgericht Erding verantworten.

Erding/Flughafen – Er hatte Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Mit Erfolg: Richterin Michaela Wawerla nahm dem Berufskraftfahrer ab, dass er im August 2016 die anzüglichen Bilder nur aus Versehen per WhatsApp an die ihm unbekannte Minderjährige geschickt hatte – und stellte das Verfahren ein. Allerdings muss der 64-Jährige als Auflage 1600 Euro – fast ein Monatsgehalt – an eine Heilpädagogische Tagesstätte überweisen. Sein Handy bleibt in Verwahrung. Diesem Procedere hatten die Prozessbeteiligten vorab zugestimmt. Wäre der Mann verurteilt worden, hätte er wegen erhöhter Sicherheitsanforderungen seinen Job verloren – kurz vor der Rente.

In der Verhandlung kam heraus, dass der Kraftfahrer die Bilder mit sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen von der Nordallee des Flughafens aus verschickt hatte. Er versicherte, er habe sie einem Kollegen senden wollen, der ihm dafür zwei Mobilfunknummern gegeben habe. Eine davon war falsch – sie führte zu dem Mädchen. Erst im zweiten Anlauf erreichten die Porno-Bilder den gewünschten Adressaten. Von dem war zur allgemeinen Verwunderung nur der Vorname bekannt. Er konnte nicht ermittelt werden. Der Anwalt erklärte, sein Mandant kenne sich mit der neuen Technologie nicht gut aus. Der Angeklagte versicherte, er habe nicht auf das WhatsApp-Portraitbild der Empfängerin geachtet – drei Kinder. Ein Kripo-Beamter sagte aus, dass man die Nummern nicht mehr auf dem Handy gefunden habe. Der Angeklagte schloss nicht aus, „dass ich sie gelöscht habe“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zwei böse Überraschungen
Manfred Daniel ist wütend. Der Vorsitzende des Wasserzweckverbands Paunzhausen versteht die Welt nicht mehr: 70 000 Euro soll sein Verband für etwas zahlen, für das er …
Zwei böse Überraschungen
Die Stadt dankt dem Lebensretter
Das Alkoholverbot auf Münchner Plätzen und Straßen war am 21. Januar dieses Jahres noch keine 24 Stunden alt, da hätte es beinahe den ersten Todesfall am Hauptbahnhof …
Die Stadt dankt dem Lebensretter
Musik-Talente und Infos zum Auftakt
Bereits zum fünften Mal veranstalten die Städtische Musikschule Freising und das Camerloher-Gymnasium den Freisinger Meisterkurs. Dazu gehört auch das Auftaktkonzert, …
Musik-Talente und Infos zum Auftakt
Wer muss, der kann – in der Kneipe nebenan
Wem’s künftig „pressiert“, wer dringend ein stilles Örtchen braucht in Neufahrn, der muss nicht mehr lange suchen. Die Gemeinde nimmt nämlich an der bundesweiten Aktion …
Wer muss, der kann – in der Kneipe nebenan

Kommentare