Seine imaginären Protagonisten sieht man fast vor sich, wenn Kabarettist Andread Giebel loslegt. Foto: Lehmann

„Siagst as, wias Bluad aussa lafft“

Zolling - Viel Kulisse brauchte Kabarettist Andreas Giebel nicht, um die Zuhörer zu begeistern: Stuhl, Tisch, und Kleiderständer reichten, als er sein Programm "Das Rauschen in den Bäumen" in Zolling vorstellte.

Ein einfacher Wirtshausstuhl, ein Tisch und ein gedrechselter Kleiderständer. Diese drei Requisiten standen auf der Bühne im Zollinger Bürgerhaus, als Andreas Giebel am Mittwochabend sein Programm „Das Rauschen in den Bäumen“ vorstellte.

Wenn Andreas Giebel Geschichten erzählt - aus dem Alltag und von den kuriosen Begebenheiten, die ihm tagtäglich rund um den „Karl Dingshammer Platz“ wiederfahren - dann weiß man genau, wovon er spricht. Man sieht sie vor sich, die vielen imaginären Protagonisten: Etwa den Penner Max, der auf seiner Parkbank ein zahnloses „Erkennen-Sie-die-Melodie“ spielt, den Kiosk-Besitzer Josef Döderlein, der die Bild-Zeitung immer schief hinhält und sich einen Spaß daraus macht. „Siagst as, wias Bluad aussa laaft.“ Da ist aber auch noch der Bestattungsunternehmer Jan Kubitzky, der alle paar Minuten zum Pinkeln muss. Wohl dadurch ins Grübeln gekommen, fragt sich Giebel, alias Herr Hiebl, wann denn bitte schön „die“ von den Talkshows und politischen Debatten eigentlich aufs Klo gehen. Von „Notdurft-Komparsen“ bei der Oscar-Verleihung in Hollywood erzählt er. Die derbe bayrische Version „Brunzkomparsen“ sorgte natürlich für viele Lacher. Vergnüglich sind auch seine Schilderungen der allwissenden „Frühbucher“- und „Frühstornierer“-Gesellschaft, die alles „gelesen, gehört und gesehen“ habe. Der Bayer betrachte das alles mit „natürlicher“ Skepsis“ und setze mit Kopfschütteln vereinfacht drei „G’s“: „ge,ge ge!“. Denn wenn es „so weiter gehe mit der Zeit“, dann „gehe irgend wann einmal gar nichts mehr weiter“.

Zum Schluss hat der Herr Hiebl übrigens seinen Platz gefunden, auf der Parkbank neben dem Penner Max. Beide lauschen dem „Rauschen in den Bäumen“, wohlwissend, dass man im Trubel und in der Hektik des Alltags nichts versäumt. „Hörst as, schee, gell.“

Giebels „Bühnenmonolog“ war eim unerbittlicher Angriff auf die Lachmuskulatur. Der Zollinger Verein „S’Zollinger Theater“, dem es gelungen war, den gefragten Kabarettisten nach Zolling zu holen, durfte sich über ein volles Haus freuen.

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