Gute Tipps für wenig Geld

Sieben Tipps, wie Sie Ihren Großeltern das Leben erleichtern

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Landkreis/Haag - Wie kann man Senioren das Leben erleichtern? Dazu hat Fachberater Martin Gerstenberger in Haag referiert. Wir haben seine besten Tipps zusammengefasst und selbst noch einige hinzugefügt.

Schon kleine Veränderungen können helfen, die eigene Wohnung barrierefrei und sicher zu gestalten, sagt Martin Gerstenberger. 

Tipp 1: Treppensteigen, Türschwellen, Hygiene

Das Problem:

Treppensteigen und Türschwellen werden zum Geduldsspiel, die Badewanne ein unüberwindbares Hindernis. 

Die Lösung: 

Ganz wichtig: Ausmisten. Übertrieben gesagt: Brauchen wir wirklich in jedem Zimmer drei Schränke? Technische Hilfsmittel nutzen (z.B. einen Treppenlift; achtung: kostenintensiv) oder die Wohnung anders ausstatten (beispielsweise mit Rampen, barrierefreien Duschen, Einstiegshilfen für die Badewanne).

Tipp 2: Wie kommt man an den Teller ganz oben?

Das Problem:

Die Oma muss sich einen Stuhl oder eine Trittleiter holen, um an die Sachen im obersten Schrank zu kommen.

Die Lösung: 

Die Schränke von oben nach unten neu sortieren. Wichtige Dinge sollten sofort greifbar sein, beispielsweise Geschirr. Das gilt natürlich auch für den Medizinschrank.

Tipp 3: Knochenbrüche vorprogrammiert?

Das Problem:

Das Haus ist voller Stolperfallen. Teppiche, Kabel, kleine Möbel - all diese Sache werden potentielle Gefahren.

Die Lösung:

Alles beseitigen, was irgendwie im Weg steht. Möbel können auch umgestellt werden und müssen nicht in Gänge ragen. Außerdem kann man zusätzliche Lichtquellen installieren - ist es heller, sieht man mehr.

Tipp 4: Der Rücken schmerzt

Das Problem:

Opa würde gern noch kochen, kann aber nicht mehr lange stehen. Außerdem hat er beim Anziehen Probleme. 

Die Lösung: 

"Sitzen kostet nicht mehr als Stehen", sagt Martin Gerstenberger. Ausreichend hohe Sitzgelegenheiten schaffen (zum Beispiel in der Küche), dann muss der Körper nicht überbeansprucht werden.

Tipp 5: "Ich muss so viele Treppen steigen"

Das Problem: 

Das Wohnzimmer ist unten, das Schlafzimmer oben. 

Die Lösung:

Raumfunktionen bündeln und möglichst in ein Stockwerk verlegen. Das erspart das mühsame Treppensteigen. Anpassungen seien aber so klein wie möglich zu halten, müssen aber trotzdem so groß wie nötig vorgenommen werden.

Tipp 6: Wenn das Fenster zur Falle wird

Das Problem: 

Um ein Fenster zu öffnen, müssen die Senioren auf einen Stuhl oder gar auf das Fensterbrett klettern.

Die Lösung: 

Eine Griffverlängerung sorgt für eine leichtere Bedienung.

Tipp 7: Wo bekomme ich Strom her? 

Das Problem: 

Die Steckdosen sind oft knapp über dem Boden. Für ältere Menschen, die sich nicht mehr gut bücken können, ein Problem.

Die Lösung:

Umsetzen. Das kostet zwar Geld, ist aber äußerst nützlich und schont die Gesundheit. Anmerkung unserer Leser: "Bequem und einfach anzubringen ist eine Steckdosenleiste mit eigenem Schalter, der auch mit dem Fuß betätigt werden kann."

Weitere Tipps:

Unsere Leser haben noch mehr Tipps geschickt. 

"Hausnotruf mit Feuermelder meiner Meinung nach für ältere Menschen unverzichtbar. Hat der Ältere Pflegestufe, dann übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten."

"Staubsaugerroboter. Der billigste kostet unter 100 Euro und kommt wegen seiner Größe auch unter Stühle und in die Ecken. Zwar nicht so gründlich aber macht zwischendurch Brösel und so weg." - Aber Vorsicht: Er könnte zur Stolperfalle werden.

Gretchenfrage: Ich bin jung, was interessiert es mich?

Das Problem: 

Junge Leute vergessen beim Bau oft, dass sie selbst alt werden.

Die Lösung: 

Schon früh ans Alter denken. Gerstenberger schlägt in Sachen Bau eine entsprechende Wohnberatung vor. Das Hauptziel muss sein, das Wohnen in der gewohnten Umgebung auch im hohen Alter fortführen zu können.

Wolfram Riedel/Anton Hirschfeld

Rubriklistenbild: © dpa

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