Kirchenvorplatz verwüstet 

Silvester-Party verwüstet Zollinger Kirchenvorplatz

Zolling – Eine böse Überraschung erlebten Zollinger Kirchgänger zu Neujahr: Auf dem Kirchvorplatz wurde in der Nacht ausgiebig gefeiert – und am folgenden Tag sah es aus wie auf dem Schlachtfeld. Die Kirchengemeinde ist verärgert.

Prosit Neujahr! Eine schöne Bescherung erlebten die Zollinger Kirchengänger am ersten Tag des neuen Jahres. Auf dem Kirchenvorplatz hatten Unbekannte die Silvesternacht über ausgiebig gefeiert und den Dreck einfach liegen gelassen: Leere Schnapsflaschen, zerborstene Gläser, abgebrannte Raketen und jede Menge Plastikmüll.

„Wir sind entsetzt“, sagt Anni Ester, die sich am späten Neujahrsmorgen beim FT meldete. Besonders empört waren die Mitglieder der Kirchengemeinde über die Verunglimpfung der neuen Marienfigur, die von der Künstlerin Lioba Leibl im Auftrag der Gemeinde geschaffen und im Mai vergangenen Jahres seiner Bestimmung übergeben worden war. Den Schoß der Figur hatten die „Silvestergäste“ als Startrampe für die Raketen benutzt. „Da ist jetzt noch der Ruß dran“, monierte Ester.

Kirchenpfleger Hans Seibold sieht in dem Treiben in der direkten Nachbarschaft der Kirche durchaus auch eine Gefahr für die historischen Bauten. „Brandgefahr ist da nicht ausgeschlossen.“ Daher würde es der Zollinger Kirchenpfleger begrüßen, dass im nächsten Jahr an gleicher Stelle das Böllern verboten werde. „In der Freisinger Innenstadt durfte heuer ja auch nicht geschossen werden.“ Ärgerlich sei der „Saustall“ in jedem Fall. „Aber das ist halt so, meint Seibold. „Manche räumen den Dreck weg, manchen lassen ihn einfach liegen.“ Für die Zollinger Bauhofarbeiter bedeutete das mitternächtliche Gelage in jedem Fall zusätzliche Arbeit. Deren erste Aufgabe im neuen Jahr war es, erst einmal „Saubermann“ zu spielen. Bauamtsleiter Martin Dauer hatte aufgrund des Vorfalls sogar seinen Urlaub kurzzeitig unterbrochen.

Eigentlich sei der Kirchenvorplatz als Aufenthaltsort für die Senioren des angrenzenden Seniorenheimes oder andere Ruhe suchende Bürger gedacht, sagt der Zollinger Pfarradministrator Pater Ignatius Kullu. Das Böllern wolle die Kirchengemeinde dort nicht. Er sei an Silvester zu Hause im Pfarrhof gewesen, habe aber von dem mitternächtlichen Treiben vor der Kirche nichts mitbekommen. Auch er würde ein Verbotsschild zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern am Vorplatz begrüßen.

Eine Verordnung, die das auf öffentlichen Plätzen verbiete, gebe es in Zolling bisher nicht, sagt der leitende Beamte im Zollinger Rathaus, Eugen Altmann. „Wenn man ein Verbot verhängt, muss man es auch kontrollieren“, sagte Altmann gegenüber dem FT. Ob das Ausmaß der Verwüstung dies rechtfertige? Er würde sich im Moment nicht dafür und auch nicht dagegen aussprechen.

Maria Martin

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