Stimmengleichheit: Kauf des Wirtshaus-Areals in Wippenhausen abgelehnt

Kirchdorf - In absehbarer Zeit wird es kein Ortszentrum in Wippenhausen geben, das auch aus Mitteln der Dorferneuerung vom Staat mitfinanziert wird. Der Kirchdorfer Gemeinderat lehnte am Dienstag vor großer Kulisse bei Stimmengleichheit (7:7) den Kauf des halben Wirtshausareals ab.

Vor drei Wochen hatte der Gemeinderat schon einmal abgestimmt und mit 8:7 für den Kauf des Geländes mitten im Ort votiert. Diese Abstimmung war aber ungültig, weil ein betroffenes Ratsmitglied mitgestimmt hatte, so dass jetzt die Wiederholung notwendig wurde. Verwaltungschef Johann Rieger hatte alle Hände voll zu tun, um die entsprechenden Sitzgelegenheiten für die interessierten Zuhörer aus dem Depot herbei zu schaffen. Die Wippenhauser wollten live miterleben, wie die Volksvertreter über Bürgers ureigensten Belange abstimmen.

In seiner Einführung bemühte Bürgermeister Konrad Springer die Historie, sprach von Wippenhausen als eines der ältesten Dörfer und einer der ältesten Kirchen in Bayern und lobte die Ortsgemeinschaft als funktionierende Einheit. Der Kirchdorfer Gemeindeteil (seit 1972) habe seine Belange in aller Regel selber geregelt ohne gleich nach der Gemeinde zu rufen.

Das vorgesehene Konzept mit dem Ankauf des Wirtshauses - das immer noch geöffnet ist - und einem Teil des Grundstückes hat vorgesehen, dass die Gaststätte saniert und weiter Vereinsmittelpunkt für die Schützen und die anderen Vereine bleibt. Außerdem hätte die Feuerwehr auf dem Areal entsprechende Stellplätze bekommen und dem Ausbau des FFW-Hauses wäre nichts mehr entgegengestanden.

Springer erinnerte daran, dass schon in der Periode des Gemeinderats von 2002 bis 2008 im Rahmen der Gemeindeentwicklung (2005) das jetzt abgelehnte Konzept entwickelt worden war. Springer erinnerte daran, dass man das Grundstück kaufen könne, ohne zusätzliche Kredite aufnehmen zu müssen. Die drohende Abstimmungsniederlage vor Augen, blickte Springer fragend in die Runde: „Was haben wir eigentlich noch für Visionen?“ Johann Sebald gab dem Bürgermeister und dessen Ausführungen in allen Belangen recht. Auch er gab zu überlegen, ob man nicht Ideen für die Zukunft entwickeln solle, anstatt „nur zu verwalten“.

Für Uwe Gerlsbeck hatte sich seit der ersten Abstimmung nichts geändert - außer dass den Gemeinderäten eine Aufstellung der Feuerwehr über mögliche Kosten und die Eigenleistung der Wippenhauser bei der Wirtshaussanierung und beim Anbau des FFW-Hauses vorlag. Aber die habe er nicht prüfen können, so Gerlsbeck. Sie sei zu spät angekommen. Der erklärte Gegner des Grundstückskaufes betonte, die „sieben Nein-Sager haben sich schon ihre Gedanken gemacht“. Und außerdem habe er bei Gesprächen in Wippenhausen auch nicht nur unbedingt Befürworter des Deals getroffen.

Josef Weingartner, Alois Portz und Albert Steinberger bekräftigten noch einmal ihr Nein. Portz hatte sich vor allem auch über eine Stellungnahme eines Wippenhauser Bürgers „maßlos geärgert“ und Johann Maier fühlte sich von des Bürgermeisters Rede gar unter Druck gesetzt.

Die Plädoyers von Michael Großkopf, Susanne Ackstaller, Helmut Wildgruber und Josef Scharrer waren in den Wind gesprochen. Die Abstimmung brachte das erwartete oder, aus der jeweiligen Sicht, befürchtete Ergebnis: 7:7 und damit Ablehnung des Verwaltungsvorschlages zum Ankauf des östlichen Wirtshausareals in Wippenhausen.

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