Martyrium für 29-Jährige

„Sklavinnenvertrag“: Mann misshandelt Freundin

Landkreis - Über ein Jahr lang wurde eine 29-Jährige  gedemütigt und misshandelt. Ein „Sklavinnenvertrag über Sadomaso-Sex" wurde zum Martyrium. Der Peiniger kam mit Bewährung und einer hohen Geldstrafe davon.

Die Verkäuferin und der Kundenbetreuer hatten sich im August 2011 im Internet kennengelernt. Er sei zunächst sehr nett gewesen, berichtete die 29-Jährige später. Bis man dann zu Weihnachten 2011 einen „Sklavinnenvertrag“ über Sadomaso-Praktiken geschlossen sei. Sie habe den Vertrag zunächst als Scherz aufgefasst. Allerdings habe sich das Verhältnis rasch verschlechtert, wobei ihr sogar der Kontakt mit der Familie und Freunden verboten worden sei. Erst im Frühjahr 2013 schilderte die Frau der Polizei ein schier unglaubliches Martyrium, das später in der Anklage der Landshuter Staatsanwaltschaft detailliert aufgelistet wurde.

Die 29-Jährige wurde mehrmals aus nichtigen Gründen grün und blau geschlagen. Der 47-Jährige malträtierte sie mit Faustschlägen, zog sie an den Haaren, trat auf sie ein. Schläge mit einem Gürtel und Drohungen, er werde der 29-Jährigen den Hals umdrehen, sie zerstückeln oder ihr die Zunge herausschneiden, gehörten ebenso zum Alltag wie eine Freiheitsberaubung. Einmal verlangte er von der 29-Jährigen, einen Kredit von 15 000 Euro aufzunehmen und ihm das Geld zu übergeben.

Als sich die Verkäuferin schließlich der Polizei anvertraute, wurden im Rahmen einer Hausdurchsuchung zwei Haschischplatten gefunden. Beim Amtsgericht Erding handelte sich der 47-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Bedrohung, räuberischer Erpressung und illegalem Besitz von Betäubungsmittel eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren ein. Dagegen legte er Berufung ein und bestritt nun alle Vorwürfe.

Die Vernehmung der 29-Jährigen, die noch mit den psychischen Folgen der Demütigungen und Misshandlungen zu kämpfen hat, musste mehrfach unterbrochen werden. Auch deshalb kam es schließlich zu Verständigungsgesprächen zwischen den Prozessbeteiligten, in deren Rahmen dem Kundenbetreuer im Falle eines umfassenden Geständnisses und der Verpflichtung zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 10.000 Euro eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren zugebilligt und dann auch verhängt wurde.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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