„Land unter“ hieß es Pfingsten 2013 im Bereich der Garten- und Fabrikstraße, wo jetzt für einen schnelleren Ablauf des Wassers nach Starkregen gesorgt werden soll – mit einer Kanalabkopplung und dickeren Rohren. bild: gleixner

So soll die nächste Freising-Flut verhindert werden

Freising - Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller. Damit so etwas wie an Pfingsten 2013 nicht mehr passiert, will die Stadt jetzt Regenwasser umleiten und Kanäle vergrößern. Für 820 000 Euro. Und auch noch freiwillig. Denn verpflichtet wäre man nicht dazu.

„Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht“, stellte OB Tobias Eschenbacher am Montag im Werkausschuss zunächst fest. Gegen ein extremes Hochwasser sei kein Kraut gewachsen. Gegen Starkregen, der punktuell und zeitlich begrenzt auftritt, allerdings schon. Dieser Starkregen hatte 2013 zur Überflutung ganzer Straßenzüge geführt.

Für diesen Fall des Falles, für den besseren Abfluss sehr großer Wassermengen in kurzer Zeit, wird daher nun im Bereich Gartenstraße und Fabrikstraße investiert. Der Werkausschuss hat am Montag einen entsprechenden Empfehlungsbeschluss gefasst. Wie der Technische Leiter der Stadtentwässerung, Bernhard Knopek, erklärte, umfassen die vorgesehen Maßnahmen die Abkoppelung und Umleitung eines Regenwasserkanals in die sogenannte „Schleifer-Moosach“. Und zwar bevor die Flut beim Umgehungssammler ankommt. Ferner will man den Durchmesser der Abflussrohre deutlich erhöhen. Von bisher 40 Zentimeter auf bis zu 100 Zentimeter. Und zwar über zwei komplette Rohrabschnitte, was zusätzlichen Stauraum schaffe und eine Rückhaltung ermögliche.

Ein Einbindung der Saarstraße, wie sie Ausschuss-Mitglied Karl-Heinz Freitag (FW) gerne gesehen hätte, ist nach Auskunft von Knopek nicht möglich, „weil das von der Lage der Kanäle nicht passt“. Freitag hatte sich dafür ausgesprochen, die Entwässerungskanäle der Saarstraße und der Fabrikstraße zu verbinden, um auch dort Verbesserungen zu erzielen.

Betont wurde im Werkausschuss, dass man damit vor allem bei einem „Starkregenereignis“ besser gewappnet sei. Ob man jede Überflutung vermeiden kann, dafür gebe es keine Garantie.

Franz Piller, Werkleiter der Stadtentwässerung betonte, dass rein rechtlich kein Handlungsbedarf bestehe. Das sei nicht die „ureigene Aufgabe der Stadtentwässerung“, bestätigte OB Tobias Eschenbacher.

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