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Beim Amtsrichter nachgefragt

Sparstrumpf-Fund: „Schön, dass es noch Ehrliche gibt“

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26.000 Euro hat eine Sozialhilfeempfängerin gefunden und zur Polizei gebracht. Aber was passiert nun eigentlich mit dem Geld. Amtsrichter Manfred Kastlmeier gibt Auskunft.

Es ist eine Geschichte mit Seltenheitswert: Eine Sozialhilfeempfängerin aus Freising findet 26.000 Euro in einer Strumpfschachtel, die aus einem Nachlass stammt. Statt das Geld einzuschieben, geht sie damit zur Polizei. Wo sich die Scheine inzwischen befinden, berichtet Manfred Kastlmeier, Sprecher des Amtsgerichts.

Herr Kastlmeier, haben Sie so eine Geschichte schon mal erlebt?

Nein, solche Fälle sind versteckte Perlen im Acker. Aber schön, dass es noch ehrliche Menschen gibt.

Hat die Frau Anrecht auf Finderlohn?

Ja. Bei einem Betrag bis zu 500 Euro hat sie Anrecht auf fünf Prozent. Bei allem, was drüber liegt, stehen ihr drei Prozent zu. Sie hätte sogar das Recht gehabt, das Geld einzubehalten, bis der Finderlohn bezahlt ist – das sogenannte Zurückbehaltungsrecht.

Immerhin 800 Euro. Haben Sie einen Tresor im Gericht, in dem das Geld jetzt gebunkert wird?

Ja, aber das Geld wird bei der Landesjustizkasse eingezahlt.

Und wie geht es weiter?

Jetzt muss das Nachlassgericht nach Erben suchen. Wenn sich niemand findet, erbt es irgendwann der Staat, aber das kann Jahrzehnte dauern. Dem Fiskus pressiert es nicht.

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