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Rund 80 Zuhörer begrüßte Andreas Mehltretter im Hofbrauhauskeller. Hauptredner war der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel (Mitte, l.)

SPD-Sommerempfang in Freising

Demokratischer Wettstreit ist gefragt

Er ist Chef der Hessen-SPD und will Ministerpräsident in Hessen werden. Jetzt aber steht erst einmal die Bundestagswahl auf der Agenda auch von Thorsten Schäfer-Gümbel. Am Freitagabend war der Vize der Bundes-SPD nach Freising gekommen, um beim Sommerempfang der Freisinger SPD den Genossen vor Ort Mut zu machen.

Freising – Rund 80 Interessierte saßen im Hofbrauhauskeller, um zu hören, was die SPD mit einem Kanzler Martin Schulz anders und besser machen würde. Am Anfang gab es ein Geburtstagsständchen: Die Freisänger, am Abend mit Liedern von Bertolt Brecht & Co. zu hören, gratulierten dem Ortsvorsitzenden und Regionalgeschäftsführer Markus Grill – und alle sangen fleißig mit.

Gratulieren würde auch gerne Schäfer-Gümbel – und zwar am 24. September Martin Schulz und seiner Partei zum Wahlsieg. Schäfer-Gümbel, übrigens eine geborener Oberstdorfer, gab sich kämpferisch: Gewinnen sei eine Haltung, man brauche in diesem Land mehr politischen Streit. Will heißen: Keine Beleidigungen sondern einen demokratischen Wettstreit um die besten Ideen. Und auch wenn es „populär und in der Regel richtig“ sei, auf Donald Trump einzudreschen, so könne man doch etwas lernen von ihm: Er sei von Leuten gewählt worden, die hofften, dass sie dieser Populist ernst nehme, nachdem sie lange Zeit das Gefühl hatten, nicht gehört worden zu sein.

Schäfer-Gümbel warnte auch vor der „Selbstgerechtigkeit“, die sich breit zu machen drohe: Man müsse gerade jetzt auch mit schwierigen Partnern wie Trump und Erdogan reden, man dürfe auch keine Schadenfreude darüber empfinden, wenn es anderen Ländern in Europa schlecht gehe. Was nationale Themen anbetreffe, betonte der stellvertretende SPD-Bundeschef, angesichts des Klimawandels stehe man vor einem gewaltigen Umbau der deutschen Industrie. Das SPD-Steuerkonzept setze konsequent auf die Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen, warb Schäfer-Gümbel. Für mehr bezahlbaren Wohnraum gebe es nur ein Mittel: den Neubau, so seine klare These.

Das waren einige Punkte, auf die auch der SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis 214, Andreas Mehltretter, in seiner Rede zuvor eingegangen war: die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen (beispielsweise durch die Abschaffung von Kindergartengebühren), mehr Investitionen in die – vor allem frühkindliche – Bildung, und manch anderes mehr, mit dem die SPD wieder mehr soziale Themen beackern wolle.

Denn der Sommerempfang der Freisinger SPD hat Tradition. Doch dieser Sommerempfang am Freitag, der sei kurz vor der Bundestagswahl „noch ein bisschen roter als sonst“, hatte Geburtstagskind Markus Grill versprochen. Nicht zuletzt eben auch wegen der Freisänger und ihren sozialistischen Kampf- und Gewerkschaftsliedern.

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