Stachus-Sanierung: Eching droht Verkehrsinfarkt

Eching - Fünf Wochen lang wird die Ortsmitte zum Nadelöhr. Das Landratsamt hat sich nun gegen eine großräumige Umleitung ausgesprochen. Der Bauausschuss ist entsetzt.

Selten hat man Echings Rathauschef Josef Riemensberger so betroffen erlebt. Aber die „traurige Nachricht“, die er aus dem Landratsamt erhalten hatte, sorgte schnell auch bei den Mitgliedern des Bauauschusses für großes Unverständnis: Weil die Kreisbehörde und die Autobahndirektion in Verbindung mit der bevorstehenden Stachus-Sanierung (wir berichteten) großräumige Umleitungen ablehnen, „können wir im Grunde auf das Chaos warten“, befürchtet Riemensberger.

Ein Planungsbüro hatte den Auftrag erhalten, nicht nur für den Ortskern, sondern auch für die Umgebung ein Umleitungskonzept zu erarbeiten. Dieses sieht eine entsprechende Beschilderung bereits an der Autobahnausfahrt der A 9, dem Kreuzhof (Einmündung der St 2053 in die B 13) und im Gewerbegebiet Ost vor. Damit würden neben Auto- auch Lkw-Fahrer frühzeitig auf die am 18. Juli beginnenden Bauarbeiten in der Echinger Ortsmitte hingewiesen werden. „Wir haben uns Mühe gegeben und in eine perfekte Vorlage investiert“, sagte der Bürgermeister. Aber im Landratsamt stellte man nur fest, dass „diese Hinweisschilder zu Verwirrungen bei den Verkehrsteilnehmern führen können“, zitierte Josef Riemensberger. Die Schilder dürften deshalb nicht aufgestellt werden.

„Wir müssen kräftig intervenieren“, ergriff Georg Bartl (CSU) als erster das Wort, „der überörtliche Verkehr kann nur außenrum geleitet werden“. „Vollkommenes Unverständnis“ herrschte auch bei SPD-Fraktionssprecherin Anette Martin, der für den Fall, dass in der rund fünfwöchigen Bau- und Nadelöhrzeit in Eching „irgendwo ein Lkw liegenbleibt“, nur der Spruch „Holla die Waldfee“ einfiel.

Trotz dieser Argumente äußerte Riemensberger „nach den bisherigen Gesprächen“ wenig Hoffnung, die übergeordneten Behörden noch umstimmen zu können. Trotzdem beschloss der Bauausschuss einstimmig, einen Appell in Richtung Landratsamt zu verfassen, wonach dieses „die Situation noch einmal überdenken soll, um so seinen Teil zum flüssigen Verkehrsablauf beizutragen“. Dass die örtlichen Umleitungen über die Straßen der Wohngebiete ausreichen, um die halbseitige Sperre der Hauptstraße auszugleichen - so zumindest die Meinung der Kreisbehörde - glauben in Eching nicht mal die kühnsten Optimisten. Denen reicht ein Blick auf die täglichen Stauungen zur Rush-Hour.

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