Stadtentwässerung 

Stadtentwässerung Freising: Trotz weniger Einnahmen positives Ergebnis

Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) wollte es genau wissen: Wieso verbraucht die Kläranlage Freising im Vergleich zu vielen anderen Einrichtungen dieser Art in Bayern mehr Strom?

Freising – Die Antwort kam am Mittwoch im Werkausschuss vom Chef der Stadtentwässerung, Franz Piller, persönlich: Man müsse zugeben, dass die Kläranlage im Vergleich zu anderen Anlagen ein „Stromverprasser“ sei. Der Grund: In den letzten Jahren seien in Bayern viele Kläranlagen neu und nach energetisch bestem Standard gebaut worden, die Freisinger Einrichtung sei aber eine alte Kläranlage, die außerdem mit beengten Verhältnissen zurechtkommen müsse. Trotzdem, und das machte Pillers Kollege Bernhard Knopek deutlich: Durch diverse Maßnahmen habe man in den vergangenen Jahren den Energieverbrauch kontinuierlich senken können – trotz stetig steigender Belastung. Derzeit laufe beispielsweise die Umstellung der gesamten Beleuchtung auf LED, was zu einer weiteren Stromeinsparung von 22 000 Kilowattstunden pro Jahr führen werde. Und man arbeite daran, die Eigenenergieerzeugung weiter zu erhöhen.

Unbestritten gute Zahlen waren am Mittwoch zu hören, als Andreas Spenger von der Landestreuhand Weihenstephan den Geschäftsbericht 2016 des Eigenbetriebs Stadtentwässerung vorlegte. Hatte im Jahr 2015 der Jahresüberschuss 823 000 Euro betragen, so waren es im vergangenen Jahr sogar 1,26 Millionen Euro. Verbindlichkeiten hat der Eigenbetrieb in Höhe von 25,4 Millionen Euro, davon allein 15,4 Millionen gegenüber der Stadt. Die Rücklage betrug am Jahresende 2016 etwas über sechs Millionen Euro.

Weitere Zahlen lieferte die neue Kämmerin des Eigenbetriebs Stadtentwässerung, Heike Frohnapfel, beim Halbjahresbericht 2017: Zwar werde man gegenüber der Schätzung im Erfolgsplan 2017 mehr Abwasser verarbeiten (schon jetzt sind es 1,4 Millionen Kubikmeter, gerechnet hätte man heuer mit 2,5 Millionen), dennoch werde man am Jahresende Mindereinnahmen hinnehmen müssen. Grund: Im Erfolgsplan 2017 war die Senkung der Abwassergebühren von 2,03 auf 1,49 Euro pro Kubikmeter noch nicht berücksichtigt worden. Einen Teil der Mindereinnahmen (gerechnet hätte man mit 10,75 Millionen Euro, 9,4 Millionen Euro dürften es nur werden) werde man durch andere, höhere Einnahmen ausgleichen können. Aber am Ende des Jahres dürfte es trotzdem auf 250 000 Euro weniger an Einnahmen hinauslaufen als ursprünglich geplant. Wie hatte Bürgermeisterin Eva Bönig den Bericht Frohnapfels angekündigt? „Alles im grünen Bereich.“

Andreas Beschorner

Rubriklistenbild: © dpa

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