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Im Stall bleiben müssen derzeit die Hühner von Franz und Lydia Lochinger aus Bergen.

Geflügelzüchter im Interview

Stallpflicht wegen Vogelgrippe: „Dann werden die Hühner unruhig“

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Bergen – Es sind schwere Tage für Franz und Lydia Lochinger (beide 58). Seitdem die Vogelgrippe den Landkreis Freising erreicht hat, müssen die Landwirte aus Bergen (Gemeinde Wang) ihre Hühner einsperren. Das Paar steht vor einer nervlichen Zerreißprobe – und einem Wettlauf mit der Zeit.

-War es für Sie ein Schock, als Sie von den ersten Vogelgrippe-Fälle erfahren haben?

Franz Lochinger:Ich habe so etwas schon befürchtet. Wir liegen in der Nähe des Moosburger Ausgleichsweihers, und der ist nun mal ein Sprungbrett für Vögel. Jetzt befinden wir uns in einer schwerwiegenden Situation. Für uns, die wir ökologisch wirtschaften, ist die Vogelgrippe natürlich ein großes Problem. Jetzt müssen wir unsere Hühner, die Freigang gewohnt sind, einsperren.

-Wie haben Sie von der Stallpflicht erfahren?

Lydia Lochinger:Wir haben guten und regelmäßigen Kontakt zum Veterinäramt. Nachdem wir von der Schutzzone rund um den See erfahren haben, in der wir selbst nicht liegen, habe ich angerufen, um mich beraten zu lassen. Genau in dem Moment kam die Nachricht, dass die Aufstallung auf ganz Bayern ausgeweitet wurde.

-Finden Sie diese Entscheidung richtig?

Lydia Lochinger: Ja, wir stehen zu dieser Sache. Denn das Schlimmste, das uns passieren kann, ist, dass sich unsere Tiere anstecken und gekeult werden müssen. Denn das kann uns ruinieren. Deshalb hätten wir unsere Hühner ab dem Wochenende ohnehin im Stall gelassen.

-Wie muss man sich die Situation für die Tiere vorstellen?

Franz Lochinger: Ein paar Tage im Stall sind kein Problem. Wir haben zwei mobile Ställe angeschafft, die an den Seiten überdachte, mit Netzen bespannte Wintergärten bieten. So kommen unsere Hühner wenigstens etwas an die frische Luft, sind aber trotzdem geschützt. Wenn die Stallpflicht jedoch über Wochen läuft, wird es schwierig. Dann werden die Hühner unruhig, weil sie die Situation nicht gewohnt sind. Um dem entgegenzuwirken, versuchen wir, die Beschäftigungsaktivität durch Zugabe von Körnern, Saftfutter und Pickschalen anzuregen.

-Ihre Hühner sind als freilaufend zertifiziert. Dürfen Ihre Tiere dahingehend eigentlich im Stall bleiben?

Franz Lochinger: Ich habe mit dem Verband, der uns zertifiziert, Rücksprache gehalten. Es gibt keine Probleme. Denn die sagen: Tierwohl geht vor Bio-Vorgaben.

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