Starkbierfest mit musikalischen Schmankerln

Eching - Korbinian, Vitus und - nicht zu vergessen - Musikus sorgten beim Starkbierfest des Echinger Musikvereins Sankt Andreas im Bürgerhaus für beste Stimmung. Und alle drei erhielten viel Zuspruch.

Dabei bleibt anzumerken, dass es sich bei den beiden erstgenannten „Brüdern“ um starke Biere aus Weihenstephan handelt, bei letzterem um den Echinger Fastenprediger in Person von Archiv-Pfleger Günter Lammel, der dazu die passenden starken Sprüche lieferte. Neben Süffigem und Süffisantem wurde aber auch viel gspuit und gsunga - dank der unermüdlichen Instrumentalisten auf der Bühne.

Den rund 250 Gästen, davon eine ganze Reihe zünftig in Tracht, wurde nicht nur der (bayerische Defillier-)Marsch geblasen, sondern auch ein breitgefächertes Repertoire geboten. Neben Traditionellem gab’s beispielsweise Popsongs von Abba, Schlager - Helene Fischer ließ grüßen - und Folklore. Als Solisten gefielen Maria Wallner und Dirigent Michael Werner.

Durch den kurzweiligen Abend führte als Moderator Benedikt Migge. Es wurde sogar getanzt, nämlich Polka, zwei rechts“, zwei links“ und gestanzlt.

Zur Inspiration legten erst einmal die Brüder Benedikt und Mathias Migge mit lustigen Verserln los - und dann fielen auch dem Publikum beim Gstanzlwettbewerb witzige und passende Reime ein. Zum mit Spannung erwarteten Höhepunkt, dem Derbleckn, führte Moderator Benedikt Migge richtig aus: „Jetzt dürfts Euch warm anziehen. Der Günter hat sauber aufgepasst und alles mitgeschrieben.“ Wohl wahr: das ganz normale Leben, sprich der tägliche Wahnsinn, in seiner Gmoa im Allgemeinen und im Mikrokosmos Musikverein im Besonderen hat Musikus wieder prächtige Steilvorlagen beschert. Beides erweist als dankbares Pflaster.

Apropos Pflaster, da wären wir ja schon mitten im Thema anstehende Sanierung des Echinger Stachus: „Der Dr. Enßlin dürfte ganz traurig sein, wenn sein teures Kopfsteinpflaster wieder ausgebaut wird“, gibt es da rückwirkend eine Watschn für den Urheber des holprigen Belags. Verkehrsschilderwald oder Vorschriften-Wust im Bürgerhaus, der Verlegung eines geplanten Feuerwerks wegen (nicht vorhandener) Fledermäuse im Kirchturm oder auch dem Thema Pünktlichkeit hatte sich Musikus heuer ebenfalls mit spitzfindigem Humor gewidmet: „Meint es der Bayer mit der Zeit nicht so genau, sagt er „umara“. „Umara achte“ kann also 19.50 Uhr oder auch 20.15 bedeuten, 20:25 wäre da schon etwas zu spät, denn dann hätte der Bayer „umara halbe neine“ gsagt.

Viel Stoff liefert immer wieder aufs Neue das rege Vereinsleben des Musikvereins, aktuell auch das 40jährige Jubiläum oder Musikerhochzeiten. Bei der erfolgreichen Heiratsvermittlung im Musikverein würden „allmählich Befürchtungen laut, bei anhaltendem Erfolg des Eheinstituts St. Andreas könnte Inzucht drohen.“

Natürlich kommt auch das Thema Bürgermeisterwahlkampf bei Musikus vor, sein Fazit: „Nix g‘naus woaß ma net.“ Der „Achtzehnender“, gemeint ist der seit 18 Jahren amtierende Rathauschef Josef Riemensberger, trage bezüglich seiner erneuten Kandidatur „immer noch eine Mischung aus „Pokerface und Sphinx-Lächeln zur Schau. Einige mögliche Nachfolger scharren zwar schon mit den Hufen, aber solange der Platzhirsch auf der Lichtung steht, trauen sich die anderen nicht so recht aus der Deckung. Einzig der (ebenfalls anwesende) Sebastian Thaler lugt schon aus dem Dickicht.“

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